Skandal in steirischer Kaserne

Hitlergruß, KZ-Aussage – Ex-Bundesheer-Mann verurteilt

Ein pensionierter Bundesheer-Mitarbeiter wurde wegen Hitlergruß und Nazi-Äußerungen verurteilt. Er vermutete einen Racheakt von Ex-Kollegen.
Newsdesk Heute
10.03.2026, 14:50
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Schwere Vorwürfe gegen einen Ex-Bediensteten des Bundesheeres: In einer Kaserne soll der mittlerweile pensionierte Steirer mehrfach den Hitlergruß gezeigt haben. Auch Aussagen wie "Heil Hitler" soll er gegenüber Kollegen getätigt haben. Zudem habe er den Wunsch nach der Wiedereröffnung von Konzentrationslagern geäußert.

Nun musste sich der Mann, der zuletzt einen Zivilposten beim Bundesheer bekleidete, vor dem Landesgericht Leoben verantworten. Es ging um den Vorwurf der nationalsozialistischen Wiederbetätigung.

Angeklagter vermutete Racheakt

Wie die "Kleine Zeitung" berichtete, sollen sich die Vorwürfe gegen den Pensionisten über mehrere Jahre erstrecken. Den Fall ins Rollen brachten ehemalige Kollegen des Mannes. Demnach sollen sich die Vorfälle in einem Aufenthaltsraum der steirischen Kaserne zugetragen haben.

In der Verhandlung bekannte sich der Angeklagte vor den Geschworenen schuldig. Dennoch gab er an, dass seine Kommentare nicht ernst gemeint waren. Der Beschuldigte habe einen "Blödsinn" gemacht, für den er sich mehrfach entschuldigte.

Zudem hätte ihn auch keiner der Anwesenden im Aufenthaltsraum davon abgehalten. Seine Kollegen hätten sogar geschmunzelt. Hinter den nunmehrigen Vorwürfen vermutete der Mann einen Racheakt. Als Vorgesetzter habe er bei Vergehen durchgreifen müssen, daher wolle man ihm nun "eins auswischen". Bei seinen Aussagen zu Konzentrationslagern habe er sich auf "Islam-Terroristen" bezogen.

Anzeige wegen Witz

Die Richterin fragte den Beschuldigten, was er über den Nationalsozialismus wisse. Daraufhin antwortete der laut eigener Aussage historisch interessierte Angeklagte, dass damals angeblich alles gut angefangen habe. Wie es sich dann entwickelt habe, sei jedoch "ein Wahnsinn".

Der Steirer hatte bereits eine Vorgeschichte, auf die auch ein Zeuge in dem Prozess hinwies. Der Beschuldigte gestand daraufhin, dass er vor vielen Jahren als militärischer Bediensteter vor rund 150 Personen einen schlechten Witz gemacht habe. Deswegen sei er auch angezeigt worden, weiter verfolgt wurde der Fall damals nicht. Auch in der Causa habe er sich entschuldigt.

Des Weiteren soll der Steirer Mitglied in der als rechtsextrem eingestuften Kameradschaft IV. sein. Von dieser Einstufung will der Beschuldigte jedoch nichts gewusst haben.

Alkohol im Spiel?

Laut den Zeugen soll der Mann bei seinen Aussagen und Handlungen auch alkoholisiert gewesen sein. Der Angeklagte widerspricht dieser Darstellung. Er sei während den Arbeitszeiten nie "richtig besoffen" gewesen.

Schlussendlich wurde der Steirer zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten verurteilt. Zudem muss er eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu je 30 Euro zahlen. Seine Unbescholtenheit habe sich mildernd ausgewirkt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

{title && {title} } red, {title && {title} } 10.03.2026, 14:50
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen