In Honduras geht man jetzt gegen Drogenkartelle vor wie gegen Terrorgruppen. Seit Samstag gilt dort ein neues Gesetz, das das Parlament – das eher rechts ausgerichtet ist – am 18. Mai einstimmig beschlossen hat.
Mit der Einstufung als Terrororganisationen drohen den Mitgliedern von Drogenkartellen und Banden künftig deutlich höhere Strafen. Die Bosse dieser Gruppen müssen zusätzlich zu den Strafen für ihre konkreten Vergehen mit 15 bis 20 Jahren extra Haft rechnen, nur weil sie Teil eines Kartells oder einer Bande sind.
Wer zwar dazugehört, aber keine Führungsrolle hat, bekommt immerhin zehn bis 15 Jahre Gefängnis obendrauf. Auch für Erpressung werden die Strafen jetzt deutlich verschärft.
Die Reform bringt außerdem mehr Militär auf die Straßen und eine neue Nationale Behörde zur Verbrechensbekämpfung. Dort sollen Geheimdienste, Ermittler und Einsatzkräfte gemeinsam gegen kriminelle Netzwerke vorgehen.
Honduras steckt wegen der Gewalt rund um den Drogenhandel tief in der Krise. Erst am Donnerstag hat eine Welle von Gewalttaten das Land erschüttert – mindestens 26 Menschen wurden getötet.
Unter den Opfern waren auch fünf Polizisten, die bei einem Einsatz gegen ein Drogenschmuggelnetzwerk ums Leben kamen.
Dieses Netzwerk soll Verbindungen zum mexikanischen Drogenkartell Jalisco Nueva Generación haben.