Lange galt Kreatin als Geheimwaffe von Bodybuildern und Fitness-Freaks. Inzwischen landet das weiße Pulver auch immer öfter bei Bewegungsmuffeln, Berufstätigen und Senioren im Einkaufswagen. Der Grund: Immer mehr Studien deuten darauf hin, dass Kreatin weit mehr kann, als nur Muskeln wachsen zu lassen.
Kreatin ist eine körpereigene Substanz, die vor allem in den Muskeln gespeichert wird. Über die Nahrung nehmen wir zusätzlich Kreatin auf, der Körper benötigt es für die Energieversorgung. Als Nahrungsergänzung gehört Kreatin-Monohydrat heute zu den am besten erforschten Supplements überhaupt. Die Internationale Gesellschaft für Sporternährung (ISSN) bezeichnet es sogar als das wirksamste Nahrungsergänzungsmittel zur Steigerung von Kraft und Muskelleistung.
In der Fitness-Bubble ist Kreatin schon lange ein Star. Wer regelmäßig Krafttraining macht, profitiert am stärksten: Mehr Kraft, eine schnellere Regeneration und langfristig mehr Muskelmasse zählen zu den wissenschaftlich am besten belegten Effekten.
Doch Forscher interessieren sich längst nicht mehr nur für den Muskelaufbau. Seit Jahren wird untersucht, welche Auswirkungen Kreatin auf das Gehirn haben könnte. Erste Studien deuten darauf hin, dass es die geistige Leistungsfähigkeit unter Stress oder Schlafmangel unterstützen kann. Auch bei Stimmungsschwankungen, im Alter oder während hormoneller Veränderungen bei Frauen wird derzeit intensiv geforscht.
Gerade im Alter verliert der Körper zunehmend Muskelmasse und Kraft. Das kann Stürze begünstigen und den Alltag erschweren. Experten sehen deshalb Potenzial darin, Kreatin gezielt zur Unterstützung der Muskulatur einzusetzen. Selbst Menschen, die keinen Leistungssport betreiben, könnten davon profitieren.
Auch Berufstätige hoffen auf mehr Energie und Konzentration im stressigen Alltag. Zwar ersetzt Kreatin weder Bewegung noch eine gesunde Ernährung, doch genau diese möglichen Zusatz-Effekte sorgen derzeit für einen regelrechten Hype.
Ein Wundermittel ohne Nachteile ist Kreatin allerdings nicht. Die häufigste Nebenwirkung ist eine Gewichtszunahme. Dabei handelt es sich meist nicht um Fett, sondern um Wasser, das in den Muskeln gespeichert wird.
Vor allem bei höheren Dosierungen können außerdem Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder ein unangenehmes Völlegefühl auftreten. Wer es mit Kreatin übertreibt, riskiert eher Magenprobleme. Experten empfehlen daher, das Supplement regelmäßig in kleinen Mengen einzunehmen.