Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt und für hunderttausende Arbeitnehmer in Österreich kann sie zur echten Gesundheitsfalle werden. Eine neue Studie der Medizinischen Universität Wien im Auftrag der AK Wien schlägt nun Alarm: Wer bei extremer Hitze arbeitet, riskiert nicht nur Erschöpfung und Konzentrationsprobleme, sondern auch schwere gesundheitliche Schäden.
Besonders brisant: Laut den Forschern reicht es nicht aus, nur auf die Temperatur zu schauen. Ob Hitze am Arbeitsplatz gefährlich wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen etwa körperliche Belastung, direkte Sonneneinstrahlung und hohe Luftfeuchtigkeit.
Schon jetzt spüren Beschäftigte die Folgen der immer heißeren Sommer. Studien zeigen, dass Hitze die Leistungsfähigkeit massiv senkt, die Konzentration beeinträchtigt und das Risiko für Arbeitsunfälle deutlich erhöht. Bei Temperaturen über 30 Grad steigt die Zahl der Arbeitsunfälle messbar an. Besonders betroffen sind Bauarbeiter, Pflegekräfte, Zusteller, Landwirte und alle, die im Freien oder unter hoher körperlicher Belastung arbeiten.
Seit Jänner 2026 gilt in Österreich die neue Hitzeschutzverordnung. Sie verpflichtet Arbeitgeber erstmals zu konkreten Schutzmaßnahmen bei starker Hitzebelastung: Dazu zählen zusätzliche Pausen, Trinkwasser, Beschattung oder die Verlagerung der Arbeitszeiten. Kritiker bemängeln jedoch, dass Hitzeschutz in der Praxis oft zu spät greift oder je nach Betrieb unterschiedlich gehandhabt wird.
Doch genau hier setzt die Studie an: Die Wissenschafter warnen davor, Hitzeschutz allein an Temperaturwerten festzumachen. Entscheidend sei die tatsächliche Belastung für den menschlichen Körper. Die AK Wien fordert deshalb weitere rechtliche Anpassungen und einen modernen Hitzeschutz, der die Realität am Arbeitsplatz besser abbildet.
Die Botschaft der Experten ist eindeutig: Die Klimakrise ist in der Arbeitswelt längst angekommen. Hitzetage werden häufiger, Hitzewellen länger und die Belastung für Beschäftigte nimmt weiter zu. Ohne wirksame Schutzmaßnahmen drohen mehr Krankenstände, mehr Arbeitsunfälle und langfristige Gesundheitsschäden.