"Viele kommen gar nicht mit dem Geld aus. Aber wir haben alle das gleiche Einkommen und davon leiste ich mir alles, was ich will", sagt Christian L. zu "Heute". Der Mindestpensionist gestaltet sein Leben so, dass sich seine großen Wünsche ausgehen. Was ihm nicht so wichtig ist, bei dem wird gespart.
Christian L. und seine Frau, sprechen ganz offen über die Familienfinanzen: Beide bekommen die Mindestpension, ihnen bleiben 1.800 Euro zum Leben. "Alles im Leben ist eine Entscheidung", sagt er und fragt: "Muss ich in einer Wohnung mit 100 Quadratmetern wohnen, oder reichen mir 50 Quadratmeter?"
Das Ehepaar L. wohnt in Wien-Floridsdorf auf 58 Quadratmetern, "das reicht uns völlig, es ist eine schöne Wohnung mit Balkon." Die Miete beträgt etwas mehr als 600 Euro.
"Im Supermarkt kaufen wir eigentlich nur Premiumprodukte", überrascht der gut gelaunte 66-Jährige. "Aber", schränkt er ein, "hauptsächlich, was im Angebot ist." Außerdem sammelt das Ehepaar fleißig die Pickerl der großen Handelsketten. "Unser Kühlschrank ist voll, wir können mit dem Inhalt gut zwei Wochen auskommen", sagt Christian L.
Auf Fahrzeuge steht der Floridsdorfer. Vor der Tür steht ein Auto („ein Opel, kein Mercedes“) und ein Motorrad ("eine Honda 500, die habe ich mir vor vielen Jahren gekauft, die wird gepflegt“). Aus Geldmangel muss er keines seiner Gefährten verkaufen, "ein KTM-E-Bike habe ich auch noch – das geht sich alles aus."
Von der Mini-Pension gehen sich neben dem großzügigen Alltag auch noch Urlaubsreisen aus: "Wir fahren zweimal pro Jahr nach Schladming", sagt L. stolz zu "Heute", "aber nicht, wenn alle Touristen kommen, wir fahren danach!" Zuletzt waren sie im September in der Steiermark, die Unterkunft („kein Luxushotel, keine Wellnessoase“) kostete 57 Euro pro Nacht, "inklusive Frühstück und Liftkarte!"
Die restlichen Mahlzeiten muss das Paar in Lokalen zu sich nehmen, da kommt auch ein Zwiebelrostbraten um 25 Euro auf den Teller: "Das leisten wir uns halt einmal, wir kommen dennoch gut mit unserem Geld aus."
Noch einmal fragen wir Christian L., wie er mit der Mindestpension auskommt, wenn zeitgleich so viele andere jammern, dass sie in die Armut abrutschen: "Es ist eben alles eine Frage der Entscheidung. Rauche ich zwei Packerl Tschick pro Tag, dann habe ich am Ende des Monats 400 Euro weniger. Oder ich entscheide mich eben nicht zu rauchen. So geht es auch mit dem Alkohol und der Wohnungsgröße. Wir jedenfalls schaffen es sogar, Geld zu sparen!"