Extremes Sparprogramm

"Drehe das Warmwasser ab"– Frau lebt von Mini-Einkommen

Die meisten würden diese Art zu leben nicht aushalten. Renate W. ist trotz vieler Entbehrungen glücklich - so schafft sie es.
Michael Pollak
19.10.2025, 06:55
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Diese Frau ist ein wahres Spar-Wunder. Mit ihrer Mini-Pension kommt sie aus, meint sogar: "Ich bin zufrieden, auch wenn ich ständig rechnen muss!"

Renate W. (sie will anonym bleiben) schildert im Detail, wie sie ihr Leben meistert. Die Steirerin war im Berufsleben Hausbesorgerin, ihr Lohn war weit entfernt von "fürstlich". Dazu kam eine weitere Mammutaufgabe für die 71-Jährige: "Ich habe drei Kinder großgezogen – ich war Alleinerzieherin."

Jetzt, viele Jahre später, liegen ihre finanziellen Mittel nur knapp über der Armutsgrenze : "Ich lebe von der Pension mit Ausgleichszulagen." Im Klartext: Die eigentliche Pension der Frau liegt unter dem Mindesteinkommen. Der Staat zahlt ihr etwas drauf, insgesamt kommt sie so auf 1.274 Euro.

"Zum Glück habe ich als Kind schon gelernt, wie man mit Geld sparsam umgeht, sonst würde ich es nicht schaffen", sagt sie.

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Die Haushaltsrechnung von Renate W.: "Meine Miete beträgt inklusive Strom 650 Euro, dann zahle ich noch 100 Euro an die Fernwärme." Das ist eine selbst gewählte hohe Summe: "Ich ließ mich höher einstufen damit ich bei der Abrechnung kein böses Erwachen habe."

Somit bleiben W. nur mehr 524 Euro. Noch hat sie davon nicht eingekauft, doch sie teilt sich alles ganz genau ein: "Ich koche meist für zwei Tage vor", auch das spart Geld. Energie spart die rüstige Pensionistin auf extreme Weise: "Das Wasser drehe ich ab, wenn es heiß ist (Anm.: gemeint ist wohl der Boiler, Heizkessel) – das reicht mir dann für drei ganze Tage!"

Ihre Haare schneidet sie selbst

Das sonstige Sparprogramm: "Gewand kauf ich mir nur selten und wenn, dann im Second-Hand-Geschäft." Friseurbesuche gehören der Vergangenheit an, "ich habe mir schon vor langer Zeit eine Haarschneidemaschine gekauft – mit zwei Spiegeln schaffe ich das."

Trotz aller Entbehrungen, Renate W. ist immer positiv gestimmt: "Ich lebe in der Steiermark, da ist so viel Natur um mich. Und vor dem Haus habe ich eine Sitzgelegenheit, das genieße ich. Ich erfreue mich eben an den kleinen Dingen."

Jeder Dritte muss sich "stark einschränken" im Einkauf

Die Kaufkraft sinkt dramatisch für viele Menschen in Österreich. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Schon zwei Drittel schränken sich bewusst im Konsum ein (durchblicker, 1.265 Interviews). Ein Drittel der Bevölkerung muss sich sogar schon "stark einschränken."

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