Neue Entwicklungen im Fall des Femizids von Kottingbrunn (Bezirk Baden): Fünf Monate nach dem gewaltsamen Tod einer 28-Jährigen wurde ein zweiter Tatverdächtiger von Deutschland nach Österreich ausgeliefert. Der 32-Jährige legte laut "Kurier" ein umfangreiches Geständnis ab – allerdings nur hinsichtlich eines geplanten Raubüberfalls.
Die junge Frau war im Mai von ihren Eltern tot in ihrer Wohnung entdeckt worden, nachdem sie tagelang nichts von ihr gehört hatten. Das Opfer wurde aus nächster Nähe mit drei Kopfschüssen getötet.
Bereits wenige Tage nach der Bluttat wurde ein 27-jähriger Steirer festgenommen. Er gestand grundsätzlich, die Frau erschossen zu haben, schilderte den Ermittlern allerdings unterschiedliche Versionen des Tathergangs. Der Mann sitzt seither in der Justizanstalt Wiener Neustadt in Untersuchungshaft.
Sein mutmaßlicher Komplize, ein 32-jähriger Italiener mit Wohnsitz in Deutschland, war zunächst untergetaucht. Im August wurde er in Aalen (Baden-Württemberg) festgenommen und am 27. Oktober nach Österreich ausgeliefert.
Bei den Einvernahmen gab der 32-Jährige laut "Kurier" an, dass sein Bekannter die 28-Jährige ausrauben wollte. Die beiden seien davon ausgegangen, dass die Frau über größere Geldbeträge und Wertgegenstände verfügte.
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Um ihre Spuren zu verschleiern, sollen die Männer in der Steiermark ein Auto angemietet und sich damit auf den Weg nach Kottingbrunn gemacht haben. Mit dabei war eine Kleinkaliberpistole, die der 27-Jährige als Sportschütze legal besaß.
Der 32-Jährige bestreitet jedoch, bei der Tötung in der Wohnung gewesen zu sein. Er habe im Auto gewartet. Erst als sein Bekannter zurückgekehrt sei, habe dieser ihm erzählt, dass er die Frau mit drei Schüssen getötet habe.
Brisant ist auch das Doppelleben des mutmaßlichen Schützen. Der Steirer soll sich im Internet mithilfe KI-generierter Fotos und Videos als erfolgreicher Bauunternehmer mit teuren Sportwagen inszeniert haben. Tatsächlich entsprach dieses Luxusleben aber nicht der Realität.
Der 32-jährige mutmaßliche Komplize befindet sich mittlerweile ebenfalls in Untersuchungshaft in Wiener Neustadt. Ob er unmittelbar an der Tötung beteiligt war, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Für beide Männer gilt die Unschuldsvermutung.