Freispruch für Vater

Für 5.000 Euro Lugner-Ferrari gestohlen – Haft für Sohn

Nach dem Diebstahl des "Lugner-Ferraris" standen zwei Männer vor Gericht in Wr. Neustadt: Der Sohn muss in Haft, sein Vater wurde freigesprochen.
28.10.2026, 15:31
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Ein spektakulärer Ferrari-Coup beschäftigte am Mittwoch das Landesgericht Wiener Neustadt. Im April 2025 war ein roter Ferrari 348 TB aus einer Tiefgarage in Wiener Neudorf (Bezirk Mödling) gestohlen worden.

Der rund 100.000 Euro teure Sportwagen hatte zuvor 25 Jahre lang der Familie des mittlerweile verstorbenen Baumeisters Richard Lugner gehört. Nun fiel das Urteil: Zweieinhalb Jahre unbedingte Haft für den 30-jährigen Hauptangeklagten, Freispruch für seinen Vater (54). Beide Urteile sind nicht rechtskräftig.

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5.000 Euro für gestohlenen Ferrari kassiert

Ursprünglich waren drei Slowaken angeklagt. Neben Vater und Sohn sollte sich ein weiterer Mann verantworten. Dieser erschien jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht zum Prozess und wurde von der Richterin aus dem Verfahren ausgeschieden.

Der bereits in Haft befindliche 30-Jährige zeigte sich vor Gericht grundsätzlich geständig. Er gab zu, den Ferrari gestohlen und in die Slowakei gebracht zu haben. Dafür habe er von einem Rumänen namens Mario, dessen Nachname unbekannt sei, 5.000 Euro erhalten.

Bei zwei weiteren Ferraris aus derselben Tiefgarage blieb es beim Versuch. Die Täter konnten die Luxusautos nicht starten.

Auch Motorräder und Diagnosegerät gestohlen

Doch der Ferrari-Coup war nicht der einzige Vorwurf. Die Angeklagten sollen auch zwei KTM-Motorräder gestohlen und anschließend verkauft haben. Eine dritte Maschine der Marke Yamaha ließen die Täter zurück, weil sie nicht mehr in das Transportfahrzeug passte.

Zweieinhalb Jahre Haft für den Erstangeklagten
Sascha Trimmel

Zudem ging es um ein aus einem BMW gestohlenes Diagnosegerät. Eine Videoaufnahme zeigte laut den Ermittlungen den Hauptangeklagten. Das Gerät wurde später auf einem Grundstück seines Vaters in der Slowakei sichergestellt. Dort befand sich auch die Werkstatt des Sohnes.

In einer Garage wurde außerdem ein Gerät zum Entfernen von Fahrgestellnummern entdeckt.

Vater bestritt jede Beteiligung

Brisant: Der bei den Diebstählen verwendete Mercedes war auf den Vater angemeldet. Dieser bestritt jedoch, etwas mit den Taten zu tun gehabt zu haben. Das Fahrzeug sei lediglich auf ihn angemeldet gewesen, tatsächlich gehöre es seinem Sohn, erklärte er vor Gericht.

Sein Verteidiger legte eine Telefonliste vor, die belegen sollte, dass sich der 54-Jährige zum Tatzeitpunkt in der Slowakei aufgehalten hatte.

Der Vater, ein Gewerbetreibender mit einem monatlichen Einkommen von 3.000 bis 4.000 Euro, war in Deutschland bereits zweimal vorbestraft. Dennoch reichten die Beweise für eine Verurteilung nicht aus: Er wurde freigesprochen.

Vier Vorstrafen – jetzt 2,5 Jahre Haft

Der 30-jährige Sohn hatte hingegen bereits vier Vorstrafen, drei davon in der Slowakei und eine einschlägige in Österreich.

Vor Gericht gestand er zwar die Diebstähle, bestritt jedoch die von der Anklage angenommene Schadenssumme von mehr als 300.000 Euro sowie das Zusammenwirken im Rahmen einer kriminellen Organisation.

Am Ende verhängte das Gericht eine unbedingte Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren. Das Urteil ist ebenso wie der Freispruch seines Vaters nicht rechtskräftig.

Lugner-Ferrari bleibt verschwunden

Für den Besitzer des roten Ferrari gibt es unterdessen weiterhin keine guten Nachrichten. Der Sportwagen, der einst zur Sammlung der Familie Lugner gehörte, ist nach wie vor verschwunden.

Auch die Story um einen "Terrassen-Ferrari" in Wien hatte im selben Jahr des Diebstahls für Aufsehen gesorgt – mehr dazu hier und hier das Video:

Besitzer Roman G. (53) hatte gegenüber "Heute" bereits erklärt, dass der Ferrari später in der Slowakei mit seinem Kennzeichen entdeckt worden sei. Aufgetaucht ist das wertvolle Fahrzeug bis heute nicht.

wes, 28.10.2026, 15:31
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