Besonders angespannt ist die Lage derzeit in Traun (Bez. Linz-Land). Die Stadt (rund 25.000 Einwohner) auf Facebook: "Unsere Wasserversorgung ist aufgrund der Hitzewelle am Limit." Eigentlich sei man mit drei eigenen Brunnen, modernen Aufbereitungsanlagen und großen Speichern sehr gut aufgestellt. Hitze und hoher Verbrauch hätten das System aber zunehmend an seine Grenzen gebracht.
Mehr als 7.300 Kubikmeter Trinkwasser seien täglich verbraucht worden. Das war deutlich mehr als bei den bisherigen Sommerspitzen von rund 6.000 Kubikmetern. Die Stadt kritisierte, dass ihre wiederholten Spar-Appelle "vielfach nicht ausreichend beachtet" worden seien.
Der eindringliche Aufruf an die Bevölkerung: keine Pools befüllen oder nachfüllen, Gärten nur bei tatsächlichem Bedarf am frühen Morgen oder Abend gießen und unnötigen Verbrauch vermeiden. Dazu zählen laut Stadt etwa Autowaschen, Vollbäder, überlange Duschen und laufendes Wasser beim Zähneputzen.
Sollte der Verbrauch nicht deutlich zurückgehen, seien "ernsthafte Versorgungsengpässe nicht auszuschließen", hieß es. Verbote seien zwar stets das letzte Mittel. Bei einer weiteren Verschärfung würden aber "entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Trinkwasserversorgung geprüft und erforderlichenfalls umgesetzt".
Auch andere Regionen kämpfen wie berichtet mit der extremen Trockenheit. Im Bezirk Perg waren zuletzt rund 550 Menschen von Wasserknappheit betroffen. Im Bezirk Kirchdorf wurde für 45 Bewohner bereits eine weitere Quelle zur Notversorgung aktiviert.
In einer Ortschaft im Stodertal fehlten täglich rund 9.000 Liter Wasser. Für 85 Menschen wurde deshalb eine Versorgung mit Tankfahrzeugen vorbereitet. Im Bezirk Rohrbach lieferten vier Quellen so wenig, dass sich ein Hochbehälter nicht einmal über Nacht vollständig füllte.
In Grieskirchen stieg der Wasserverbrauch wegen der Dürre um mehr als 30 Prozent. Die Stadt reagierte bereits mit einer Wassersparverordnung. Beinahe trockene Brunnen und erste Engpässe wurden außerdem aus Wels-Land, dem Innviertel, dem Bezirk Vöcklabruck und dem Salzkammergut gemeldet.
Auch in der Landeshauptstadt zeigt sich das gewaltige Ausmaß der Dürre: Über Linz und dem näheren Einzugsgebiet der Bäche fielen seit Jahresbeginn rund 20 Milliarden Liter Niederschlag weniger als üblich. Mit dieser Wassermenge könnte man den Pleschinger See ganze 50-mal füllen.
Genau dort – auf den Gewässern – sind die Folgen unübersehbar: Am Attersee sank der Pegel so stark, dass Schiffe die Anlegestellen Kammer und Seewalchen vorerst nicht mehr anfahren können. Auf der Donau mussten Kreuzfahrtschiffe ihre Reisen wegen des Niederwassers teilweise bereits in Linz beenden. Für die gestrandeten Passagiere ging es mit Bussen weiter.