Es riecht nach gekochtem Ei, sieht aus wie dunkles Steinsalz und gilt in der veganen Küche längst als Geheimwaffe: Kala Namak – auch "schwarzes Salz" oder "Schwefelsalz" genannt – erlebt derzeit einen regelrechten Boom. Besonders Veganer feiern das Gewürz als "Zaubersalz", weil es pflanzlichen Gerichten verblüffend echten Eiergeschmack verleiht.
Wer Kala Namak zum ersten Mal öffnet, ist meist überrascht. Der intensive schwefelige Geruch erinnert stark an hart gekochte Eier – für manche gewöhnungsbedürftig, für andere pure Magie. Verantwortlich dafür sind natürliche Schwefelverbindungen wie Schwefelwasserstoff und Eisensulfide, und genau dieser Geschmack macht das Gewürz in der veganen Küche so beliebt. Eine kleine Prise genügt, um Tofu-Rührei, veganem Eiersalat oder gebratenen Reis ein authentisches Ei-Aroma zu verleihen.
Veganer Heuriger in Fels am Wagram im Bezirk Tulln:
Kala Namak stammt ursprünglich aus Südasien und wird traditionell in Indien und Pakistan hergestellt. Obwohl es "schwarzes Salz" heißt, ist es größtenteils eher dunkelviolett, rötlich oder rosagrau. Früher wurde Steinsalz gemeinsam mit Holzkohle, Kräutern und den Samen der Harad-Pflanze erhitzt. Heute erfolgt die Produktion überwiegend industriell, wobei verschiedene Schwefel- und Eisenverbindungen zugesetzt werden.
In sozialen Medien wird Kala Namak oft als "veganes Wundersalz" gefeiert. Vor allem Food-Blogger schwören darauf, weil kein anderes Gewürz den Geschmack von Ei so überzeugend nachahmt.
Beliebte Kombinationen mit dem "Zaubersalz":
- Frühstücksbrot mit Avocado;
- vegane Mayonnaise;
- Kichererbsen-Omelett;
- Gebratener "Eier"reis;
So spannend das Aroma ist: Zu viel Kala Namak kann ein Gericht schnell dominieren. Experten empfehlen daher, das Salz sparsam und möglichst erst am Ende des Kochens zu verwenden, damit das typische Aroma erhalten bleibt.
Keine Sorge - Wir brauchen Schwefel!
Über die Ernährung konsumieren Erwachsene durchschnittlich etwa 800 bis 2.000 Milligramm Schwefel pro Tag. Das gilt als völlig normal.
Wegen des enthaltenen Schwefelwasserstoffs galt Kala Namak zeitweise als umstritten, doch mittlerweile wurde es mehrfach als unbedenklich - ja sogar gesund - bestätigt. Neben Natriumchlorid enthält das Salz auch Spuren von Eisen, Kalium und Schwefelverbindungen. In der ayurvedischen Küche wird es seit Jahrhunderten verwendet und traditionell mit positiven Effekten auf die Verdauung verbunden.
Mit dem Boom veganer Ernährung wächst auch die Nachfrage nach Zutaten, die vertraute Geschmäcker ohne tierische Produkte ermöglichen. Kala Namak hat dabei einen entscheidenden Vorteil – es schmeckt tatsächlich überraschend echt nach Ei.