Kaum ein Lebensmittel landet so regelmäßig in Küchen wie Knoblauch. Die würzige Knolle verfeinert Pasta, Saucen oder Ofengemüse und gilt gleichzeitig als echtes Superfood. Umso irritierender wirkt es oft, wenn beim Aufschneiden plötzlich ein grüner Kern in der Zehe auftaucht. Viele halten den Knoblauch dann sofort für verdorben – dabei steckt dahinter meist ein völlig natürlicher Prozess.
Frischer Knoblauch ist normalerweise komplett weiß. Wird die Knolle allerdings längere Zeit gelagert, beginnt sie langsam auszutreiben. Genau dabei entsteht der grüne Kern im Inneren der Zehe. Der Knoblauch bildet einen kleinen Spross, der mit der Zeit immer weiter wächst. Besonders bei höheren Temperaturen oder zu heller Lagerung passiert das relativ schnell. Viele erschrecken deshalb zunächst, dabei ist der grüne Trieb grundsätzlich harmlos.
Während keimende Kartoffeln problematisch werden können, gilt das für Knoblauch nicht. Kartoffeln bilden beim Austreiben giftige Stoffe wie Solanin, die gesundheitsschädlich sein können. Beim Knoblauch besteht diese Gefahr allerdings nicht. Der grüne Kern ist laut Experten gesundheitlich unbedenklich und kann theoretisch sogar mitgegessen werden.
Allerdings schmeckt der Spross oft leicht bitter oder holzig. Deshalb empfehlen viele, ihn vor dem Kochen einfach herauszuschneiden.
Ganz ignorieren sollte man austreibenden Knoblauch trotzdem nicht. Denn je stärker der Trieb wächst, desto mehr verliert die Knolle an Geschmack und Feuchtigkeit. Der Knoblauch wird mit der Zeit trocken, schrumpelig und weniger aromatisch. Der Grund: Die Pflanze steckt ihre Energie zunehmend in den neuen Spross.
Wer möchte, kann den grünen Trieb übrigens sogar weiterverwenden. Fein geschnitten passt er ähnlich wie Frühlingszwiebel oder Bärlauch in Salate, Aufstriche oder aufs Butterbrot.
Damit Knoblauch möglichst lange haltbar bleibt, kommt es vor allem auf die richtige Lagerung an. Experten empfehlen einen kühlen, trockenen und dunklen Ort – etwa einen Vorratsschrank oder Keller.
Im Kühlschrank sollte Knoblauch dagegen besser nicht landen. Dort kann sich Feuchtigkeit bilden, wodurch die Knolle schneller schimmelt. Auch luftdichte Behälter sind ungeeignet, weil sich darin Kondenswasser sammelt. Ideal sind spezielle Knoblauchtöpfe oder offene Behälter, in denen die Luft gut zirkulieren kann.
Nicht jeder alte Knoblauch ist automatisch schlecht. Solange die Zehen noch fest sind und nur leicht austreiben, können sie meist problemlos verwendet werden. Anders sieht es aus, wenn die Knolle weich, stark verschrumpelt oder schimmlig wird. Spätestens dann sollte der Knoblauch entsorgt werden.