Viele werden sich bei der nächsten Lohnüberweisung so richtig ärgern. Auf ihrem Konto landet weniger Geld als noch im Dezember – es gibt kein Pardon, es wird das ganze Jahr bei dieser niedrigeren Summe bleiben.
Ein Beispiel: Stefanie P., leitende Angestellte, verliert über das ganze Jahr 2026 gerechnet 566 Euro (34 Euro pro Monat), obwohl ihr Arbeitgeber auf den Cent gleich viel wie bisher auszahlt.
Zunächst zur kalten Progression. Wer im neuen Jahr mehr Geld verdient (etwa durch neu verhandelte Kollektivverträge) kann in eine höhere Steuergruppe steigen, die Mehreinnahmen können durch die höheren Abgaben aufgefressen werden. Um dem entgegenzuwirken, steigt seit einigen Jahren auch die Grenze zur nächsten Steuerstufe mit der Inflation – dadurch behält man seine Gehaltserhöhung – die "kalte Progression" wird so ausgelöscht.
Warum aber erleben manche heuer eine persönliche Finanzkrise und bekommen weniger Geld ausbezahlt?
Schuld sind die Sozialversicherungsbeiträge bei Personen, die mehr als 6.575 Euro brutto pro Monat verdienen, das hat finanz.at berechnet. Aber: Es betrifft nur Arbeitnehmer, deren Gehalt mit dem Jahreswechsel nicht gestiegen ist.
Ab 2026 wird für Gutverdiener in Österreich tiefer in die Tasche gegriffen: Grund ist die sogenannte Aufwertungszahl, die für 2026 bei 1,073 liegt. Wer hohe Einkommen bezieht, zahlt künftig mehr Sozialversicherungsbeiträge. Und das kann trotz der neuen Steuerentlastung durch die Abschaffung der kalten Progression zu einem Minus am Konto führen.
Finanz.at hat errechnet: Wer monatlich 6.700 Euro brutto verdient, zahlt derzeit rund 1.165 Euro SV-Beiträge und 1.468 Euro Lohnsteuer – übrig bleiben 4.066 Euro netto. Ab 2026 steigen die SV-Abgaben auf 1.210 Euro, die Lohnsteuer sinkt zwar auf 1.437 Euro, dennoch ergibt sich ein monatliches Minus von 14,24 Euro – auf ein Jahr gerechnet also rund 251 Euro weniger netto.
Nur wenn das Brutto-Gehalt ebenfalls steigt, bleibt am Ende tatsächlich mehr Geld übrig. Bei einer Gehaltserhöhung um 2,0 Prozent hätte dieselbe Person 2026 immerhin 748 Euro netto mehr im Jahr.
Das nächste Beispiel ist noch viel extremer: Wer 7.000 Euro brutto bekommt (4.207 Euro netto) verliert über das ganze Jahr 566 Euro. Bei 8.000 Euro brutto liegen die Verluste dann wieder ein wenig niedriger bei 444 Euro.