Siegerbild in 40 Prompts

Mit KI-Zebra – Traiskirchner Fotograf ist Staatsmeister

Thomas Cecon aus Traiskirchen holte mit einem KI-Zebra den Staatsmeistertitel. Im Gespräch verrät er, wie viel Arbeit hinter dem Siegerbild steckt.
25.10.2026, 06:30
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Ein Zebra macht einen Niederösterreicher zum Staatsmeister! Thomas Cecon aus Traiskirchen (Bezirk Baden) hat bei der 66. Österreichischen Staatsmeisterschaft der künstlerischen Fotografie 2026 den ersten Platz in der Kategorie "Generator Bild – KI" geholt. Sein Erfolgsgeheimnis: ein selbst fotografiertes Zebra, künstliche Intelligenz und jede Menge Geduld.

Denn was auf den ersten Blick nach einem schnellen KI-Kunstwerk aussieht, war alles andere als ein Selbstläufer. "Für das Zebra habe ich sicher 30, 40 Prompts gebraucht und war nach drei Stunden Prompten fertig", erzählt Cecon im "Heute"-Gespräch.

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KI durchforstete 20.000 Fotos

Besonders kurios: "Ich weiß gar nicht mehr, wann und wo ich das Zebra fotografiert habe", schmunzelt der frischgebackene Staatsmeister. Eine künstliche Intelligenz half ihm bei der Suche und durchforstete dafür rund 20.000 Bilder auf seiner Festplatte.

Anschließend machte sich der Hobbyfotograf daran, das alte Bild mithilfe künstlicher Intelligenz in ein neues Kunstwerk zu verwandeln. Die größte Herausforderung war dabei nicht die Technik selbst, sondern die richtigen Anweisungen zu finden. "Die Frage war: Wie sage ich einer KI, was genau ich möchte?", erklärt Cecon.

Insgesamt vier Werke reichte der Traiskirchner beim Wettbewerb ein. Darunter auch eine Straßenbahn, die er einst in Lissabon fotografiert hatte und mithilfe von KI in eine nebelverhangene Umgebung versetzte.

"Ich habe Angst vor Fotografen mit KI-Angst"

Dass künstliche Intelligenz zunehmend auch in der Fotografie Einzug hält, sieht Cecon gelassen. Der Projektleiter beschäftigt sich auch in seinem Hauptberuf mit den Veränderungen durch KI. "Manche Fotografen haben Angst, dass KI ihnen den Job wegnimmt. Ich habe mehr Angst vor Fotografen, die aus Angst vor der KI nicht mehr fotografieren", stellt er klar.

Seine Botschaft: Statt sich vor der neuen Technologie zu fürchten, sollte man sie für sich nutzen. "Man muss eben mit der Zeit gehen und KI-Tools zu seinen Gunsten nutzen. Damit erzielt man mit weniger Aufwand schneller gute Ergebnisse."

Dass Computer irgendwann den Menschen ersetzen könnten, glaubt der Niederösterreicher nicht. "Vor KI habe ich keine Angst. Menschen sind einzigartig und eine KI versucht ja nur, sie zu kopieren."

Erster Sieg nach 32 Jahren

Für Cecon ist der Staatsmeistertitel auch persönlich etwas ganz Besonderes. Der Obmann des Fotoklubs Traiskirchen steht erstmals ganz oben auf dem Stockerl. "Ich freue mich sehr, dass ich als Obmann des Fotoklubs Traiskirchen den Preis gewonnen habe. Es ist mein erster Platz 1", erzählt er stolz. Noch bemerkenswerter: Laut Cecon liegt der letzte Staatsmeistertitel eines Mitglieds seines Fotoklubs bereits 32 Jahre zurück.

Trotz seines KI-Triumphs liegt dem Fotografen vor allem eines am Herzen: der persönliche Austausch. "Mein persönlicher Wunsch ist, dass mehr Leute Fotoklubs beitreten und ins persönliche Gespräch mit Gleichgesinnten kommen, wo man sich gegenseitig unterstützen kann."

VF, 25.10.2026, 06:30
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