Mega-Mission gestartet

Mit Österreich-Technik: Satellit hebt erfolgreich ab

Europäische-chinesische Mission: Der Satellit SMILE ist Dienstagfrüh erfolgreich ins All gestartet. Zentrale Technik dafür kommt aus Österreich.
Newsdesk Heute
19.05.2026, 15:00
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Mit einer spektakulären Mission wollen europäische und chinesische Forscher das unsichtbare Schutzschild der Erde entschlüsseln. Der Satellit SMILE hat nun erfolgreich seine erste Umlaufbahn im All erreicht.

Der Satellit "Solar Wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer", kurz SMILE, startete am Dienstagmorgen an Bord einer Vega-C-Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana. In rund 700 Kilometern Höhe erreichte die Mission planmäßig ihren vorläufigen Orbit. Bereits im Juli sollen erste Daten und Bilder geliefert werden.

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Start verlief ohne Probleme

Das Projekt der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften untersucht, wie die Magnetosphäre der Erde auf Sonnenwinde reagiert. Forscher hoffen dadurch besser zu verstehen, wie Polarlichter entstehen und wie geomagnetische Stürme Satelliten, Stromnetze, Navigationssysteme oder den Flugverkehr beeinflussen.

Der Raketenstart verlief laut ESA ohne Probleme. Um 5.52 Uhr mitteleuropäischer Zeit hob die Vega-C-Rakete ab. Beobachter vor Ort beschrieben den Start als riesigen leuchtenden Feuerball am Nachthimmel.

"Wir hätten uns vom Start nicht mehr erhoffen können", sagte ESA-Wissenschaftsdirektorin Carole Mundell unmittelbar nach dem Launch zur APA. "Im Weltall weiß man es nie, bis es getan ist. Aber es ist alles nach Plan gelaufen, ich bin extrem stolz auf das Team. Ich habe Gänsehaut."

Besonders herausfordernd sei gewesen, dass die Vega-C-Rakete erstmals einen mehr als 2.000 Kilogramm schweren Satelliten transportierte. Dafür musste die Rakete laut Mundell eigens angepasst und "geboostet" werden.

ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher sprach von einem historischen Moment. "Wir stehen kurz davor, etwas zu beobachten, das wir noch nie zuvor gesehen haben - den unsichtbaren Schutzschild der Erde in Aktion."

SMILE soll erstmals ein vollständiges Bild davon liefern, wie die Erde auf die Sonne reagiert. Ziel ist es auch, Weltraumwetter künftig besser vorherzusagen. Im Idealfall könnten dadurch frühzeitig Warnungen vor geomagnetischen Stürmen möglich werden, die etwa Stromnetze lahmlegen können.

Technologie aus Österreich

An der Mission ist auch Österreich beteiligt. Die Hardware für den Steuercomputer der Röntgenkamera wurde vom Institut für Weltraumforschung in Graz entwickelt und getestet. Das niederösterreichische Unternehmen Space-Lock lieferte einen Haltemechanismus für die Kamera. Die Software stammt vom Institut für Astrophysik der Universität Wien.

Bis die wissenschaftlichen Geräte vollständig einsatzbereit sind, wird es noch einige Monate dauern. In den kommenden Wochen soll SMILE seine Umlaufbahn schrittweise erweitern. Geplant ist schließlich eine stark elliptische Bahn über den Polen der Erde mit einer Entfernung von bis zu rund 121.000 Kilometern.

Die ersten Röntgen- und Ultraviolettbilder werden im Juli erwartet. Die Mission ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt.

{title && {title} } red, {title && {title} } 19.05.2026, 15:00
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