Jetzt ist es amtlich! Zumindest beim sicheren Sex gibt es im Juli eine kräftige Entlastung: Kondome kosteten um 17,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit zählen sie zu den auffälligsten Preisrutschern in den aktuellen Inflationsdaten von Statistik Austria.
Noch stärker bergab ging es lediglich bei drei Produkten. Trinkgläser waren um 27,8 Prozent günstiger, Butter um 26,2 Prozent und Haltbarmilch um 20,6 Prozent.
Insgesamt lag die Inflation in Österreich im Juli bei 2,8 Prozent. Der Durchschnitt sagt allerdings wenig darüber aus, was einzelne Haushalte tatsächlich spüren. Je nach Ausgabe gehen die Preisentwicklungen extrem weit auseinander.
Besonders teuer wurde die Fortbewegung. Der Bereich Verkehr lag um 6,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Diesel verteuerte sich um 19,3 Prozent, Superbenzin um 15,1 Prozent.
Für Auslandsflüge mussten Reisende 15,5 Prozent mehr bezahlen als im Juli 2025. Wartung und Reparaturen an privaten Fahrzeugen schlugen mit einem Plus von 4 Prozent zu Buche.
Wohnen, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe verteuerten sich insgesamt um 2,7 Prozent. Bei den Wohnungsmieten betrug der Anstieg 4,9 Prozent.
Richtig kräftig ging es bei manchen Heizkosten nach oben. Heizöl bei Großabnahme kostete 26,9 Prozent mehr als vor einem Jahr, Holzpellets sogar 31,3 Prozent mehr. Brennholz verteuerte sich um 5,2 Prozent, Erdgas um 4,6 Prozent.
Eine Gegenbewegung gab es beim Strom: Die jährlichen Gesamtkosten lagen um 10,4 Prozent unter dem Wert vom Juli 2025.
Mehr Geld wird zugleich für kommunale Leistungen fällig. Die Wasserversorgung verteuerte sich um 3,1 Prozent, die Müllabfuhr um 3,2 Prozent.
Besonders extreme Ausschläge zeigen die Zahlen bei Technik und Kommunikation. Speichermedien waren aufgrund der globalen Chip-Krise im Jahresvergleich um satte 54,4 Prozent teurer. Computer, Laptops und Tablets legten um 5,2 Prozent zu.
Musikstreaming verteuerte sich um 14,9 Prozent. Beim Mobilfunk ging es hingegen kräftig in die andere Richtung: Dienstleistungen rund ums Handy waren um 12,7 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor.
Unterm Strich lag der gesamte Bereich Information und Kommunikation deshalb sogar um 0,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Kosten rund um die Kategorie Gesundheit (auch Medikamente) stiegen insgesamt um 4,6 Prozent. Besonders stark legten einzelne Wahlarzt-Leistungen zu.
Ein Termin beim Wahlarzt-Facharzt kostete demnach 10,2 Prozent mehr. Wahlarzt-Institute verteuerten sich um 5,8 Prozent, praktische Wahlärzte um 4,4 Prozent und Wahlzahnärzte um 2,2 Prozent.
Für Bildung mussten Haushalte im Juli durchschnittlich 4,9 Prozent mehr ausgeben. Eine private Volksschule verteuerte sich um 5,6 Prozent, Mittelschule und AHS um 6,2 Prozent.
Beim Mittagessen in Schule oder Kindergarten betrug das Plus 5,3 Prozent.
Gastronomie und Beherbergung lagen gemeinsam um 4,6 Prozent über Vorjahreswert. Restaurants und Cafés verteuerten sich um 4,4 Prozent, Beherbergungsdienstleistungen um 4,3 Prozent.
Ein Besuch beim Friseur kostete 5,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Versicherungs- und Finanzdienstleistungen legten im Schnitt um 4,2 Prozent zu.
Für Zigaretten wurden im Juli 3,2 Prozent mehr verlangt als im Vergleichsmonat des Vorjahres.
Bei Lebensmitteln sieht die Entwicklung deutlich freundlicher aus. Nahrungsmittel waren insgesamt um 0,5 Prozent günstiger. Rechnet man alkoholfreie Getränke dazu, ergibt sich ein Minus von 0,4 Prozent. Bekleidung und Schuhe lagen ebenfalls unter dem Vorjahresniveau und verbilligten sich um 0,7 Prozent.