Zur Sanierung der maroden Staatskasse sollen auch alle Ministerien mit kräftigen Einsparungen beitragen. Allzu viel ist davon aber nicht zu merken. Nicht nur, dass die Regierungsmitglieder bei Mitarbeiterzahl und Kosten für ihre Kabinette neue Rekorde aufstellen – pro Monat kostet dieser Apparat aus 404 (!) persönlichen Mitarbeitern die Steuerzahler aktuell 3,65 Millionen Euro.
Auch für externe Beratung und Dienstleistungen lassen die Minister und Staatssekretäre nach wie vor stattliche Summen springen. Insgesamt flossen für solche Aufträge im zweiten Quartal 2026 gut 11,4 Millionen Euro. Das bringt jetzt eine Serienanfrage der grünen Aufdeckerin Alma Zadić ans Licht.
So gab Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) in den Monaten April, Mai und Juni des heurigen Jahres insgesamt 224.279,60 Euro für Beraterkosten aus. Zugegeben, da hat er deutlich reduziert – verglichen mit dem Vorquartal ist die Summe um rund zwei Drittel geringer.
Gerade mit einer kleinen Rechnung setzt sich Wiederkehr aber zum wiederholten Male ordentlich ins Fettnäpfchen. Denn er bittet die Steuerzahler sogar für sein Styling zur Kasse. So engagierte er für die Präsentation seines "Plan Zukunft" am 21. April 2026 eigens eine Visagistin.
Diese verpasste dem Minister für seine Rede zur Reform des österreichischen Bildungssystems ein professionelles Make-up. Abgerechnet wurden dafür Kosten in Höhe von 420 Euro, schreibt Wiederkehr in seiner Anfragebeantwortung an Zadić.
Neben seiner Person richtete die Visagistin für den gleichen Termin noch drei weitere Personen her –"eine Herausrechnung individueller Kostenanteile ist jedoch nicht möglich", so Wiederkehr. Für die 420 Euro wurden also insgesamt vier Personen auf Steuerzahlerkosten zurechtgemacht.
Der Neos-Minister setzt jedenfalls zum wiederholten Male zwecks Aufpeppen seiner Optik auf professionelle Hilfe. So ließ er sich zu Beginn seiner Amtszeit auf dem bundespolitischen Parkett für eine Pressekonferenz zum Thema Handyverbot ebenfalls von einer Visagistin optisch auf Vordermann bringen.