Alte elektrische Zahnbürste, kaputtes Smartphone oder ausgediente E-Zigarette: Für die Entsorgung kleiner Elektrogeräte gilt in Österreich jetzt eine neue Regel.
Ab 1. Oktober 2026 müssen Händler mit einer Verkaufsfläche ab 25 Quadratmetern bestimmte kleine Elektroaltgeräte kostenlos zurücknehmen. Auch dann, wenn der Kunde kein neues Gerät im Geschäft kauft. Voraussetzung ist, dass der jeweilige Händler entsprechende Geräte selbst im Sortiment führt.
Damit soll auch ein gefährliches Problem eingedämmt werden. Denn Millionen Lithiumbatterien und Akkus landen weiterhin dort, wo sie keinesfalls hingehören: im Restmüll.
Laut einer Analyse der Montanuniversität Leoben werden in Österreich jährlich rund 17 Millionen Lithiumbatterien über den Restmüll entsorgt. Das kann gefährlich werden: Werden die Batterien beschädigt, können sie Brände auslösen.
Das betrifft nicht nur den Mistkübel zu Hause. Die Akkus können auch in Müllfahrzeugen sowie Entsorgungs- und Recyclinganlagen zur Gefahr werden.
Besonders häufig werden laut der Untersuchung E-Zigaretten, elektrische Zahnbürsten, Kinderspielzeug und kleinere Elektrogeräte mit eingebauten Akkus im Restmüll gefunden.
Doch nicht immer ist auf den ersten Blick klar, dass überhaupt eine Batterie verbaut ist. Auch singende Lollipops, kabellose Kopfhörer, Mini-Ventilatoren oder leuchtende Kinderschuhe können Lithiumbatterien enthalten.
Das Problem hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen: "In jeder Tonne Restmüll finden sich heute mehr als acht Lithiumbatterien. Das ist viermal so viel wie noch vor zehn Jahren. Mit jeder Lithiumbatterie, die im Restmüll landet, steigt auch das Risiko für Brände in der Abfallwirtschaft", sagt Studienautor Thomas Nigl.
Allein im Jahr 2025 wurden österreichweit 36 Großbrände dokumentiert, die enorme Schäden in den betroffenen Betrieben verursacht haben.
Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) warnt deshalb eindringlich vor einer falschen Entsorgung. Geräte mit Lithiumbatterien oder Akkus gehören weder in den Restmüll noch in die Papiertonne oder den Gelben Sack.
Sie müssen stattdessen bei entsprechenden Sammelstellen im Handel, in Altstoffsammelzentren oder auf Mistplätzen abgegeben werden.
"Falsch entsorgte Lithiumbatterien stellen unsere Betriebe täglich vor große Herausforderungen. Wir möchten deshalb das Bewusstsein für dieses Risiko schärfen, denn es lässt sich durch korrekte Trennung und Entsorgung erheblich senken", sagt VOEB-Präsidentin Gabriele Jüly.
Eine einfache Faustregel kann helfen: Alles, was leuchtet, blinkt, Geräusche macht oder aufgeladen werden kann, könnte eine Lithiumbatterie enthalten. Lose Batterien sollten vor der Abgabe zusätzlich gesichert werden. Der VOEB empfiehlt, ihre Kontakte mit Klebeband abzudecken, damit es zu keinem Kurzschluss kommt.
Besondere Vorsicht gilt bei aufgeblähten oder bereits beschädigten Akkus. Sie sollten nicht mehr verwendet und auch nicht mehr geladen werden.