Eltern können sich ab sofort auf einer neuen Online-Plattform über Österreichs Schulen informieren. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) hat den sogenannten Bildungskompass vorgestellt. Er soll erstmals geprüfte Informationen zu sämtlichen Schulstandorten zentral zugänglich machen – und damit auch die Schulwahl erleichtern.
Am Donnerstag geht der Bildungskompass online. Das Bildungsministerium will damit einen einheitlichen Überblick über die heimische Schullandschaft schaffen.
Zum Start sind grundlegende Informationen zu allen Schulen abrufbar. Dazu gehören etwa die Zahl der Schüler, die Anzahl der Klassen und die durchschnittliche Klassengröße. Für Volksschulen werden zusätzlich ausgewählte Leistungsdaten veröffentlicht. Weitere Schulstufen sollen ab 2027 folgen.
Vorgestellt wurde das neue Angebot von Bildungsminister Wiederkehr und Sektionschef Martin Netzer.
Mit der Plattform will das Ministerium Unterschiede beim Zugang zu Informationen verringern. Bisher hängt es häufig davon ab, welche persönlichen Kontakte oder Erfahrungen Familien haben, wie gut sie über einzelne Schulen Bescheid wissen.
Andere Eltern müssen sich dagegen auf Empfehlungen, soziale Netzwerke oder zufällig verfügbare Informationen verlassen.
Der Bildungskompass soll hier für mehr Transparenz sorgen. Eltern, Schüler und Lehrkräfte können künftig auf eine gemeinsame, geprüfte Informationsgrundlage zurückgreifen.
Eine klassische Bewertung nach Schulnoten oder eine Rangliste der besten Schulen ist ausdrücklich nicht vorgesehen. Stattdessen sollen die Ergebnisse im Zusammenhang mit den jeweiligen Rahmenbedingungen betrachtet werden.
Bei den sogenannten iKMPLUS-Erhebungen werden deshalb keine konkreten Testergebnisse oder Durchschnittswerte veröffentlicht.
Für die Bereiche Deutsch-Lesen und Mathematik wird lediglich angegeben, ob eine Volksschule innerhalb einer Gruppe vergleichbarer Schulen im unteren, mittleren oder oberen Drittel liegt. Damit soll erkennbar werden, welche Leistungen eine Schule unter ihren jeweiligen Voraussetzungen erzielt.
Das Ministerium will so auch Standorte sichtbar machen, die trotz schwieriger Bedingungen gute Ergebnisse erreichen. Schulen mit Unterstützungsbedarf sollen hingegen gezielt bei ihrer Weiterentwicklung begleitet werden.
Der Bildungskompass wird in mehreren Etappen erweitert. Ab 2027 sollen auch Informationen zur Sekundarstufe I und II hinzukommen.
Geplant sind außerdem Angaben zu ganztägigen Betreuungsangeboten, Schulclustern, Außenstellen, Privatschulen sowie zur Infrastruktur und zu Unterstützungsangeboten.
Ab dem Schuljahr 2027/28 dürfen Schulen ihre Profile auch selbst ergänzen. Sie können dann etwa besondere Unterrichtsformen, pädagogische Schwerpunkte, Förderangebote oder eigene Projekte präsentieren.
Langfristig sollen sogar Informationen zum Schulklima und zum Wohlbefinden der Schüler aufgenommen werden.
Wiederkehr sieht in der Plattform einen wichtigen Schritt zu mehr Chancengerechtigkeit. "Mit dem Bildungskompass schaffen wir einen neuen Blick auf Österreichs Schulen: transparent, verständlich und fair. Eltern sollen nicht darauf angewiesen sein, wen sie kennen oder welches Gerücht sie gehört haben, um sich ein Bild von einer Schule zu machen. Sie sollen auf geprüfte, leicht zugängliche Informationen zurückgreifen können."
Und weiter: "Wir wollen sichtbar machen, wo Schulen besonders gute Arbeit leisten, aber auch, wo Unterstützung notwendig ist. Transparenz ist deshalb kein Selbstzweck – sie ist ein Werkzeug für mehr Chancengerechtigkeit und für ein Bildungssystem, das besser aus seinen Daten lernt."
Der Bildungskompass ist ab sofort kostenlos und öffentlich unter bildungskompass.gv.at abrufbar.