Die Auswahl an Sommerreifen ist groß – entsprechend genau prüfen der ÖAMTC und seine Partner jedes Jahr neue Modelle.
Heuer standen 16 Reifen der Dimension 225/50 R17 auf dem Prüfstand, eine gängige Größe für sportliche Kompaktwagen wie Audi A4 oder BMW 2.
Drei Kandidaten sicherten sich die Bestnote "gut": Der Continental PremiumContact 7 holte sich klar den Testsieg, dicht gefolgt vom Cinturato (C3) von Pirelli und dem EfficientGrip Performance 2 von Goodyear. "Diese Reifen überzeugten sowohl bei der Fahrsicherheit auf trockener und nasser Fahrbahn als auch bei Verschleiß, Effizienz und Umweltbilanz", resümiert ÖAMTC-Reifenexperte Steffan Kerbl.
Sechs weitere Modelle – Firestone Roadhawk 2, Falken Ziex ZE320, Bridgestone Turanza 6, Michelin Primacy 5, Maxxis Premium HP6 und Kumho Ecsta HS52 – erreichten die Note "befriedigend". Sie lagen nur knapp hinter den Top-Produkten, zeigten jedoch punktuelle Schwächen, etwa bei Laufleistung, Abrieb oder beim Fahrverhalten auf trockener beziehungsweise nasser Straße.
Als Beispiel nennt Kerbl den Michelin Primacy 5: "Dieser Reifen weist Schwächen bei der Fahrsicherheit, vor allem auf trockener Fahrbahn auf. Gleichzeitig ist er Testsieger bei der Umweltbilanz – unterm Strich reicht es damit zu einem 'befriedigend'."
Ebenfalls ein "befriedigend" erhielten BF Goodrich Advantage, Hankook Ventus Prime 4, Vredestein Ultrac+ und Greentrac Quest-X – allerdings mit etwas deutlicheren Defiziten.
Kerbl rät hier zu genauer Prüfung: "Wer einen dieser Reifen in Betracht zieht, sollte das eigene Fahrprofil kennen und sich die Bewertungen in den einzelnen Kriterien genau ansehen. Bei allen vier Modellen fallen entweder die Schwächen in bestimmten Bereichen deutlicher aus – oder es summieren sich viele kleinere Probleme."
Am unteren Ende des Rankings finden sich drei Modelle mit der Note "genügend". Der Lassa Revola verpasste eine bessere Bewertung nur knapp, zeigte aber Defizite bei Trockenhandling, Laufleistung und Abrieb. Auch der Leao Nova-Force Acro offenbarte ähnliche Schwächen und verlor zusätzlich auf nasser Fahrbahn an Boden. Schlusslicht ist der Linglong Sport Master.
Kerbl erklärt die Problematik so: "Der Sport Master hat die besten Nassgriffeigenschaften des ganzen Feldes – nur der Testsieger kann hier einigermaßen mithalten.
Die Kehrseite der Medaille: Auf trockener Fahrbahn ist kein Testkandidat schwächer, die Laufleistung ist so gering, der Abrieb so hoch wie bei keinem anderen Modell."
Für Kerbl ist klar, dass moderne Reifen heute mehr leisten müssen als nur guten Grip. "Er soll lange halten, spritsparendes Fahren ermöglichen und möglichst wenig Abrieb erzeugen. Diese Aspekte sind für Konsument:innen ebenso relevant wie für Umwelt und Geldbörse." Beim Kauf solle man daher nicht nur auf den Preis achten.
"Reifen sind das einzige Bindeglied zwischen Fahrzeug und Straße. Jede Investition in Qualität zahlt unmittelbar in die eigene Sicherheit ein – und in der Regel profitiert man auch von längerer Haltbarkeit", so Kerbl abschließend.