Böse Überraschung für Gerhard G. (79) aus Mödling: Als der Pensionist am 27. Oktober seinen Briefkasten leeren wollte, traute er seinen Augen kaum: Statt der üblichen Tagespost quoll ihm plötzlich ein riesiger Berg an Briefen entgegen. "Das waren bestimmt drei Kilogramm Post!", erzählt der verärgerte Niederösterreicher im "Heute"-Gespräch.
Das Kuriose daran: Die Briefe stammten aus Februar und März, waren also bereits rund acht Monate alt. Und eigentlich hätten sie gar nicht in seinem Briefkasten landen dürfen.
Der Hintergrund: Gerhard G. war zwischen Februar und April für sechs Wochen auf Urlaub in Neuseeland. Damit sein Briefkasten während seiner Abwesenheit nicht überquillt, hatte er eigens ein Urlaubsfach in der Postfiliale Mödling gemietet.
"Nach dem Urlaub bin ich zur Postfiliale gefahren und da wurde mir Post in die Hand gedrückt", erinnert sich der 79-Jährige. Für ihn schien damit alles erledigt. Doch Monate später folgte die böse Überraschung.
"Am 27. Oktober wollte ich zu Hause wie gewohnt meinen Briefkasten leeren. Da war plötzlich ein Haufen von bestimmt drei Kilogramm Post!", berichtet er fassungslos. Besonders rätselhaft: Erst zwei Tage zuvor hatte er den Briefkasten geleert.
Ein genauer Blick auf den unerwarteten Briefberg sorgte für zusätzlichen Ärger. Unter den verspäteten Sendungen befanden sich nicht nur gewöhnliche Schreiben, sondern auch Gutschriften, ein Lohnzettel, mittlerweile abgelaufene Gutscheine und teure Konzertkarten.
Besonders bitter: Das Konzert hatte längst stattgefunden, die Eintrittskarten waren somit nicht mehr zu gebrauchen. "Warum bekomme ich jetzt, acht Monate später, einen Schwall an Post?", fragt sich der Pensionist. Er will vor allem eines wissen, wo seine Briefe die ganze Zeit gesteckt haben.
Als Gerhard G. bei seiner Postfiliale anrufen wollte, landete er bei der österreichweiten Hotline. Dort bat er darum, direkt mit der Filiale verbunden zu werden. Vergeblich.
"Da hieß es nur: Nein, mir wird keine Auskunft erteilt!", ärgert sich der Mödlinger. Auch die Hotline habe ihm nicht erklären können, was mit seinen Briefen passiert war.
Auf "Heute"-Anfrage bestätigt die Österreichische Post den Fehler. Dem Pensionisten sei im April tatsächlich nicht die gesamte Post aus seinem Urlaubsfach ausgehändigt worden. "Am 27.10. sind nun weitere Sendungen aus diesem Zeitraum in der Zustellbasis eingelangt und wurden von unserem Zusteller zugestellt", erklärt ein Post-Sprecher.
Wie es zu der monatelangen Verzögerung kam, bleibt ungeklärt. "Warum und wo dieser Fehler – für den ich mich nur entschuldigen kann – passiert ist, konnten wir leider nicht mehr eruieren", heißt es von der Post. Auch zur fehlenden telefonischen Erreichbarkeit äußert sich das Unternehmen: Telefonnummern einzelner Filialen würden grundsätzlich nicht an Kunden weitergegeben, da diese für viele Beschwerden nicht zuständig seien. Stattdessen verweist die Post auf ihren zentralen Kundenservice.
Für Gerhard G. bleibt ein bitterer Beigeschmack: Seine Briefe sind zwar wieder aufgetaucht, doch die Konzertkarten und Gutscheine sind mittlerweile wertlos. Wo seine Post acht Monate lang gesteckt hat, weiß selbst die Post nicht mehr.