Seit Wochen sorgen Drohnen über Polen, Dänemark, den baltischen Staaten – und zuletzt sogar am Flughafen München – für Störungen der Infrastruktur. Flughäfen mussten zeitweise schließen. Moskau weist bislang jede Verantwortung zurück. Im Gegenteil!
Als beim Waldai-Forum in Sotschi ein Moderator Wladimir Putin direkt fragte, ob Russland Drohnen nach Dänemark geschickt habe, reagierte er mit einer abwinkenden Geste und den Worten: "Ich werde es nicht mehr tun" – halb spöttisch, halb ausweichend.
Ein Schuldeingeständnis? Eher nicht. Putin stellte die Vorfälle als übertriebene Panik dar und verglich die Drohnen-Alarmmeldungen mit angeblichen UFO-Sichtungen.
Später behauptete er, die Warnungen seien ein Versuch Frankreichs, innenpolitische Probleme zu überdecken, und ein Mittel der NATO, um die Rüstungsausgaben zu rechtfertigen. Gleichzeitig warnte er: "Das Risiko einer Konfrontation wird deutlich zunehmen."
Frankreichs Beschlagnahme eines russischen Tankers mit mutmaßlich illegaler Herkunft kritisierte der Kreml-Chef scharf und sprach von "Piraterie".
Das Schiff "Boracay" soll Teil von Russlands Schattenflotte sein und steht im Verdacht, als Basis für Drohnen gedient zu haben, die zuletzt den Luftverkehr in Dänemark und Norwegen störten.
Putin wies zudem Berichte zurück, wonach Russland Truppen an der finnischen Grenze stationiert habe, und bezeichnete die NATO abfällig als "Papiertiger". Damit spielte er auf frühere Aussagen von Donald Trump an, der Russland so bezeichnet hatte – nachdem die Eroberung der Ukraine nicht wie geplant in wenigen Tagen gelungen war.
Auch die mögliche Lieferung von Tomahawk-Marschflugkörpern der USA an Kiew griff Putin auf: Das wäre "eine qualitativ neue Eskalationsstufe", so der Kremlchef. Am Kräfteverhältnis würde sich dennoch nichts ändern, da die russische Luftabwehr sich rasch anpassen könne.
Kurz nach Putins Auftritt wurde das Drohnen-Thema für ihn selbst brisant: In der Region Sotschi lösten ukrainische Drohnen Alarm aus. Bürger erhielten Warnmeldungen, sich in Gebäuden von Fenstern fernzuhalten. Die Flughäfen von Sotschi und Gelendschik mussten geschlossen werden.
Wo sich Putin zu diesem Zeitpunkt aufhielt, ist unklar. Er verfügt in Sotschi über eine stark gesicherte Residenz, von der aus er häufig arbeitet.