Neue Kammerchefin

Ruck-Nachfolgerin: "Ich habe keinen Weinkeller"

Margarete Kriz-Zwittkovits wird neue Chefin der Wirtschaftskammer Wien. Sie will einen Neustart, verkneift sich eine Spitze gegen Vorgänger Ruck nicht
Angela Sellner
30.07.2026, 16:04
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Nach den turbulenten Wochen rund um den jetzt zurückgetretenen Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten Walter Ruck soll nun Margarete Kriz-Zwittkovits die Führung übernehmen. Die bisherige Vizepräsidentin wurde als neue Kammerchefin designiert.

Ruck gab seinen Rücktritt am Donnerstagvormittag im Rahmen einer Vorstandssitzung des Wiener ÖVP-Wirtschaftsbunds bekannt. Neben dem Amt des Kammerpräsidenten legt er auch den Vorsitz im Wirtschaftsbund zurück. Er werde sich ins Privatleben zurückziehen.

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Das sagt die Nachfolgerin

In ihrer ersten Reaktion zieht Kriz-Zwittkovits einen deutlichen Schlussstrich unter die Ära ihres Vorgängers. Mit Ruck habe sie zwar "ein sehr gutes Arbeitsverhältnis" gehabt. Seinen Rückzug ins Privatleben halte sie jedoch für richtig.

„Ich habe keinen Weinkeller, sondern offene Türen für die Unternehmerinnen und Unternehmer dieser Stadt.“
Margarete Kriz-ZwittkovitsDesignierte Präsidentin Wirtschaftskammer Wien

Die umstrittenen Aussagen Rucks will Kriz-Zwittkovits nicht mehr im Detail kommentieren. Sie gehörten der Vergangenheit an. Doch eine klare Spitze gegen ihren Vorgänger lässt sie sich nicht nehmen: "Ich habe keinen Weinkeller, sondern offene Türen für die Unternehmerinnen und Unternehmer dieser Stadt."

Damit spielt sie an auf den Auslöser der Kammer-Affäre, ein Gespräch zwischen vier Männern in Rucks Weinkeller, aus dem brisante Aussagen des nun zurückgetretenen Ex-Kammerchefs rund um Posten-Deals sowie abfällige Aussagen über Frauen, ÖVP-Regierungspolitiker und Industrievertreter geleakt worden waren.

"Verlorenes Vertrauen zurückgewinnen"

Kriz-Zwittkovits kündigt einen Neustart an. Die Ereignisse der vergangenen Wochen hätten für Irritationen gesorgt und von der eigentlichen Arbeit der Kammer abgelenkt.

"Wir werden nun die Kammer wieder in ruhiges Fahrwasser bringen", erklärt sie: "Die nächsten Wochen werde ich viele Gespräche führen, um möglichst rasch verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen und ein neues Kapitel in der Geschichte der Wirtschaftskammer Wien aufzuschlagen."

Der Reformkurs soll fortgesetzt werden. Die Wirtschaftskammer Wien müsse zu einer modernen Interessenvertretung umgebaut werden. Zudem will Kriz-Zwittkovits den Service für die Wiener Betriebe "auf ein neues Level" heben.

Die Unternehmerin ist seit 2015 in der Wirtschaftskammer Wien aktiv und seit 2020 Vizepräsidentin. Von 2021 bis 2025 saß sie für die ÖVP im Wiener Landtag und Gemeinderat.

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