Australien im Zwiespalt

Rückkehr von IS-Familien sorgt für Debatte

Nach der Rückkehr mehrerer IS-naher Frauen und Kinder nach Australien entbrennt erneut eine intensive Debatte um Sicherheit und Integration.
Newsdesk Heute
12.06.2026, 10:57
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Nach Jahren in syrischen Lagern sind mehrere australische Frauen und Kinder mit Verbindungen zur Terrorgruppe Islamischer Staat diese Woche nach Australien zurückgekehrt. Schon kurz nach ihrer Ankunft wurden drei der Frauen festgenommen, während eine vierte mit ihren Kindern von Medienvertretern bedrängt wurde – im Wissen, dass auch sie bald verhaftet werden könnte.

Australien hat über längere Zeit gezögert, seine im Ausland festsitzenden Staatsbürger zurückzuholen, insbesondere solche, die mit dem IS in Verbindung gebracht werden. In den vergangenen Jahren verbrachten Dutzende Australierinnen und ihre Kinder ihre Zeit in streng bewachten Lagern in Syrien, nachdem der IS seine Gebiete nach einer internationalen Militäraktion verloren hatte.

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Australien ist mit dieser Zurückhaltung nicht allein: Auch andere Länder, etwa das Vereinigte Königreich, ringen mit Fragen der Sicherheit, Rehabilitation und politischen Verantwortung im Umgang mit IS-Rückkehrern.

Leben im Lager und ungewisse Zukunft

Die Lager, in die IS-Kämpferfamilien nach dem Zusammenbruch des sogenannten Kalifats gebracht wurden, galten lange als tickende Zeitbomben. Während das größte Lager, Al-Hol, im Februar geschlossen wurde, ist die Zukunft des Al-Roj-Lagers im Nordosten Syriens weiter ungewiss. Noch etwa 2.000 Menschen aus verschiedenen Ländern, darunter 21 Australier, leben dort – viele von ihnen Frauen und Kinder.

Unter den Rückkehrerinnen ist Janai Safar, die mit ihrem Sohn in Sydney ankam und nun wegen Terrorismus angeklagt ist. Auch Zahra Ahmed, ihre Schwester und Mutter, die alle jahrelang im Lager waren, wurden mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Sie bestreiten jegliche aktive Beteiligung an IS-Verbrechen und sehen sich als Opfer von Umständen, die sie nicht selbst geschaffen hätten.

Lager der IS-Familien galten als tickende Zeitbomben
REUTERS

Spaltung in Politik und Gesellschaft

Der australische Premierminister Anthony Albanese hat mehrfach betont, dass er keinerlei Verständnis für die Rückkehrer zeigt. Gleichzeitig warnen Menschenrechtsaktivisten vor den Gefahren, die ein Verbleib der Betroffenen in Syrien sowohl für sie selbst als auch für die Sicherheit Australiens mit sich bringt.

Während einige Australier die Rückkehr strikt ablehnen, verweisen andere auf die Unschuld und Schutzbedürftigkeit der Kinder. Der Arzt Jamal Rifi, der die Betroffenen medizinisch betreute, betont: "Wir glauben, diese Kinder sollten nicht weiter für die Sünden ihrer Eltern bezahlen." Für sein Engagement wird Rifi teils als Held gefeiert, teils scharf kritisiert.

Rechtliche Grenzen für die Politik

Die australische Regierung steht unter Druck: Einerseits gibt es ein gesetzliches Rückkehrrecht für Staatsbürger, andererseits fordert ein Teil der Bevölkerung ein härteres Durchgreifen. Innenminister Tony Burke betonte, dass die Regierung die Rückführung nicht unterstützt habe und rechtlich nur sehr begrenzt eingreifen könne.

Experten warnen davor, aus politischen Gründen Grundrechte einzuschränken. Jana Fevaro vom Asylum Seeker Resource Centre meint dazu: "Sobald Politiker entscheiden, welche Rechte Bürger haben sollen, wird es gefährlich."

Für die verbliebenen Australier im Al-Roj-Lager bleibt die Situation prekär. Während die öffentliche Meinung polarisiert ist, setzen sich einige weiterhin für eine schnelle und humane Lösung ein: Je schneller die Kinder zurückgeholt und betreut werden, desto größer sei die Chance auf erfolgreiche Integration und Deradikalisierung.

{title && {title} } red, {title && {title} } 12.06.2026, 10:57
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