Das Parken in der Stadt Salzburg soll in den nächsten zehn Jahren grundlegend verändert werden. Die Stadt präsentierte am Dienstag (28. April) ein neues Konzept, das unter anderem eine Ausweitung der Kurzparkzonen, höhere Gebühren und kürzere Parkzeiten vorsieht.
Der öffentliche Raum soll damit schrittweise von Abstellflächen zu Grünraum und Radwegen umgewandelt werden. Das Konzept ist in drei Stufen bis 2036 unterteilt: Zuerst werden Kurzparkzonen ausgeweitet, später folgen neue Tarifzonen in der Altstadt und schließlich eine fast flächendeckende Bewirtschaftung – auch an Sonn- und Feiertagen.
Wie "Salzburg24" berichtet, stoßen diese Pläne bei vielen Gewerbetreibenden auf scharfe Kritik. Besonders die fehlenden Dauerparkberechtigungen für Unternehmer und die geplante Nutzung von Park-and-Ride-Plätzen sorgen für Unmut.
Sandra Perrotta, Obfrau der Maxglaner Wirtschaft, warnt vor gravierenden Folgen: "Wir leben von den Kurzparkern." Weitere Einschränkungen seien für viele ein Grund, abzuwandern. Auch in Riedenburg herrscht Skepsis – Uhrmachermeister Rainhard Maria Damisch befürchtet, dass immer weniger Kunden in die Stadt kommen und stattdessen ins Umland ausweichen.
Betriebe mit eigenen Kundenparkplätzen fühlen sich zwar weniger betroffen, kritisieren aber die fehlende Ausgewogenheit des Konzepts. Man könne Autos nicht einfach vertreiben, ohne durchdachte Lösungen für alle Seiten anzubieten, meint Raumausstatter Martin Zirngibl.
Die Stadt verteidigt die Maßnahmen. Planungsstadträtin Anna Schiester betont, dass Parkraum ein knappes Gut sei und der Suchverkehr reduziert werden müsse. Städte wie Wien oder Amsterdam hätten mit einer aktiven Steuerung des Parkraums gute Erfahrungen gemacht.
Ob Salzburg mit diesen Reformen tatsächlich lebenswerter und gleichzeitig wirtschaftsfreundlich bleibt, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.