Am Donnerstagnachmittag ist auf dem COP30-Gelände ein Brand ausgebrochen. Auch Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig (ÖVP) war vor Ort. "Die Bilder der Flammen waren ein großer Schreckmoment. Ich wünsche allen, die sich in ärztlicher Behandlung befinden, gute Besserung. Gleichzeitig bin ich erleichtert, dass die österreichische Delegation wohlauf ist", sagt der ÖVP-Minister am Freitag.
Trotz des Schockmomentes am Donnerstag betont Totschnig erneut, dass Österreich und die EU von der COP-Präsidentschaft fordern, ein klares Zeichen für internationalen Klimaschutz zu setzen. Ein Textvorschlag für ein COP-Beschlusspaket liege bisher noch nicht vor.
Den EU-Mitgliedsstaaten gehe es vor allem darum, die globale Lücke bei der notwendigen Emissionsreduktion zu schließen, so wie es schon in vergangenen COPs beschlossen wurde. Die globale Lücke ist der Unterschied zwischen der Summe der nationalen Beiträge zur Treibhausgasreduktion, die bisher von den Staaten bekannt gegeben wurden, und jenem Wert, der notwendig ist, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad einzudämmen.
Das bedeutet, die nationalen Beiträge zur Treibhausgasreduktion (NDCs) müssen gestärkt und auch tatsächlich umgesetzt werden.
"Die EU steht geschlossen hinter den Bemühungen der COP Präsidentschaft, allen voran hinter der 'Lula Roadmap', die Präsident Lula vorantreiben will. Dabei handelt es sich u.a. um einen Fahrplan für den Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Aus Sicht der EU ist der Fahrplan ein sinnvoller und guter Vorschlag. Bedauerlicherweise stehen jedoch nicht alle Vertragsparteien dahinter. Die europäischen Staaten werden sich auf allen Ebenen weiterhin für ein erfolgreiches und ambitioniertes COP30-Ergebnis einsetzen", erklärt Totschnig.
Österreich ist durch sein Verhandlungsteam weiterhin vor Ort vertreten. Bundesminister Totschnig führte in den vergangenen Tagen zahlreiche bilaterale Gespräche, brachte sich bei den EU-Koordinierungssitzungen ein, sprach bei mehreren Veranstaltungen und hielt bereits am Montag das nationale Statement Österreichs.
Am Donnerstagnachmittag musste Totschnig die Konferenz aufgrund terminlicher Verpflichtungen verlassen. Er steht in durchgehendem Austausch mit dem österreichischen Verhandlungsteam sowie mit den Ministerinnen und Ministern der EU-Mitgliedsstaaten. Die EU tritt bei der COP geschlossen nach außen auf, wobei die politischen Verhandlungen – wie bei einem Klimagipfel üblich – von EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra und dem derzeitigen Vorsitzenden des EU-Umweltrates, dem dänischen Klimaminister Lars Aagaard, geführt werden.