Teamchef muss gehen

Sorgte "Verstappen-Ultimatum" für das Horner-Aus?

Red Bull setzte Teamchef Christian Horner am Mittwoch vor die Tür. Hatte Star-Pilot Max Verstappen da seine Finger im Spiel?
Sport Heute
10.07.2025, 17:34
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In seinen 20 Jahren als Teamchef und später auch CEO des Red-Bull-Teams führte Horner den Rennstall zu acht Fahrer- und sechs Konstrukteurs-WM-Titeln, genauso wie zu 124 Rennsiegen. Doch die Ära des 51-jährigen Briten ging am Mittwoch zu Ende. Horner wurde mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden, das hatte der längstdienendste Teamchef der Formel 1 tags zuvor erfahren. Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff machte die Horner-Absetzung öffentlich. Nun wird an einer Auflösung des bis 2030 laufenden Vertrags gearbeitet.

Horner war zwar ein höchsterfolgreicher Teamchef, doch nicht restlos beliebt. Sein Führungsstil galt als umstritten, sportlich ging es bergab, aus dem Verstappen-Lager, gerade von Vater Jos, kamen immer wieder kritische Töne. Und über allem schweben weiterhin die Belästigungsvorwürfe einer engen Mitarbeiterin. Zunächst hielt der Red-Bull-Mehrheitseigentümer Chalerm Yoovidhya noch schützend die Hand über Horner, vollzog aber die Kehrtwende. Einerseits aufgrund der sportlichen Talfahrt der letzten Monate, andererseits aufgrund der Befürchtung, auch Star-Pilot Max Verstappen zu verlieren. Nachdem bereits Design-Guru Adrian Newey, Sportdirektor Jonathan Wheatley und Rob Marshall die Bullen verlassen hatten, von Horner vergrault worden sein sollen. "Das Team wird zerbrechen", hatte Jos Verstappen vor einem Jahr bereits gewarnt.

Verstappen-"Ultimatum"?

Zuletzt wurden die Abwanderungsgerüchte rund um Verstappen immer lauter. In seinem bis 2028 laufenden Vertrag ist eine leistungsbezogene Ausstiegsklausel enthalten. Die könnte bald schlagend werden – nämlich dann, wenn der Vierfach-Weltmeister bis zur Sommerpause aus den Top Drei der Fahrer-WM-Wertung rutschen sollte. Aktuell ist der Niederländer genau Dritter. Mercedes-Teamchef Toto Wolff zeigt derweil großes Interesse daran, den Star-Fahrer zu holen.

Dem Verstappen-Lager, also Vater Jos und Manager Raymond Vermeulen, wurde zuletzt noch nachgesagt, die Gespräche mit den "Silberpfeilen" auch als Druckmittel für Red Bull verwenden zu können, um Horner zumindest zu "entmachten". "Das große Gerücht, das in der Formel 1 am Mittwoch die Runde machte, war, dass Red Bull eine Art Ultimatum vom Verstappen-Lager erhalten hat – entweder Horner geht, oder Verstappen", berichtete die britische "BBC". Ob dies der Wahrheit entspricht, ist unklar, wird womöglich auch nie aufgeklärt werden, weil das Energydrink-Imperium zu den Gründen der Horner-Absetzung keine Auskünfte gibt.

Verstappen will ruhiges Umfeld

Verstappen hatte jedenfalls vor dem Hintergrund des Red-Bull-Machtkampfs mehrmals erklärt, er wolle ein ruhiges Umfeld im Team haben. Dies sei bei den Bullen eben nicht der Fall gewesen. "Letztendlich läuft es wohl darauf hinaus, dass sich die Ergebnisse verschlechterten, leitende Mitarbeiter, das Unternehmen verlasen haben, eine Reihe fragwürdiger Entscheidungen getroffen wurde. Der Ruf des Unternehmens stand unter Druck", heißt es weiter.

Die genauen Gründe des Rauswurfs wurden von Red Bull jedenfalls nicht kommentiert. Sportlich hinken die Bullen zwar hinterher, doch auch mit einem nunmehrigen Teamchef-Wechsel könnte dies im weiteren Saisonverlauf wohl kaum geändert werden. Und auch die Arbeiten für 2026, wenn umfangreiche Regeländerungen greifen, haben schon längst begonnen. Und die Belästigungsvorwürfe kamen vor 18 Monaten auf.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 10.07.2025, 17:36, 10.07.2025, 17:34
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