Vor einem Jahr lag Österreich noch auf Platz drei. Jetzt haben wir laut ersten Schätzungen der EU-Statistikbehörde Eurostat sogar Finnland und Frankreich überholt. Heißt: Kein anderes EU-Land gibt gemessen an der Wirtschaftsleistung mehr für Sozialleistungen aus als Österreich.
2025 flossen demnach in Österreich 32,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Sozialleistungen. Im Vorjahr waren es noch 31,5 Prozent. Finnland liegt mit 32,2 Prozent knapp hinter Österreich, Frankreich folgt mit 32,1 Prozent auf Platz drei.
Auch unser Nachbar Deutschland gibt einen großen Teil seiner Wirtschaftsleistung für soziale Absicherung aus. Dort liegt die Quote bei 30,3 Prozent. Belgien kommt auf 28,9 Prozent, Italien auf 28,5 Prozent, Dänemark auf 27,9 Prozent.
Zum Vergleich: Im EU-Durchschnitt machen die Sozialleistungen 27,5 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Österreich liegt damit um fast fünf Prozentpunkte darüber.
Am anderen Ende des Europa-Rankings findet sich Irland. Dort entsprechen die Sozialleistungen lediglich 11,7 Prozent der Wirtschaftsleistung. Malta kommt auf 13,8 Prozent, Ungarn auf 16,7 Prozent.
Ebenfalls am unteren Ende der Skala rangieren Rumänien (17,1 Prozent), Estland (17,8 Prozent), Zypern (18,1 Prozent), Litauen (18,2 Prozent) und Lettland (18,6 Prozent).
Auch die absoluten Zahlen haben es in sich. Unterm Strich flossen in Österreich im vergangenen Jahr 167,7 Milliarden Euro in Sozialleistungen.
Das sind rund zehn Milliarden Euro bzw. 6,4 Prozent mehr als 2024. Damals beliefen sich die Ausgaben laut Eurostat-Daten auf 157,6 Milliarden Euro.
Insgesamt stiegen die Sozialleistungen in der EU 2025 auf 5.183 Milliarden Euro, also rund 5,18 Billionen Euro. Gegenüber 2024 entspricht das einer Zunahme um 4,9 Prozent.
Der größte Brocken – Altersleistungen. Für diese wurden EU-weit rund 2.152 Milliarden Euro ausgegeben, das sind 41,5 Prozent der gesamten Sozialleistungen. Auf Krankheit und Gesundheitsversorgung entfielen weitere 1.556 Milliarden Euro bzw. 30 Prozent.
Was die Auswertung ebenfalls zeigt: 2025 stiegen die Ausgaben für Sozialleistungen in Euro in allen EU-Ländern. Die größten Zuwächse gegenüber 2024 verzeichneten Kroatien (+15,4 Prozent), Bulgarien (+12,1 Prozent) und Litauen (+11,6 Prozent). Am geringsten fiel das Plus in Griechenland (+0,6 Prozent), Rumänien (+0,7 Prozent) und Finnland (+1,3 Prozent) aus.
Die aktuellen Eurostat-Zahlen beruhen auf ersten Schätzungen für 2025. Die endgültigen Werte können sich daher noch ändern.