Mit einem Posting auf Instagram am Jahrestag des Terroranschlags in Wien im Jahr 2020 setzt sich die SPÖ am Sonntag in die Nesseln. Die entsetzliche Terrortat wird von den Roten nämlich als "Amoklauf" bezeichnet – was viele Nutzer auch in anderen sozialen Netzwerken entsetzt.
Zahlreiche Stimmen weisen darauf hin, dass sich Zielsetzung, Motivation und Struktur von Terroranschlägen und Amokläufen deutlich unterscheiden.
Terrorismus zielt demnach nicht nur auf einzelne Opfer, sondern vor allem auf die Gesellschaft, den Staat oder eine bestimmte Gruppe. Das Ziel ist, durch Angst und Schrecken politische, religiöse oder ideologische Ziele zu erreichen oder durchzusetzen.
Terroranschläge sind zudem meist organisiert und vorbereitet. Die Tat soll eine "Botschaft" senden und wird von einem Täter oder mehreren Tätern mit klarer Ideologie durchgeführt.
Der Anschlag in Wien am 2. November 2020 war ein islamistisch motivierter Terrorakt – der Täter wollte mit seiner Tat Angst verbreiten und den "Feind des Islam" treffen.
Darüber sind sich alle Experten einig. Ein Amoklauf, wie die Tat die SPÖ bezeichnet, geschieht vorrangig nicht mit politischen oder religiösen Zielen, sondern aus Rache, Verzweiflung oder psychischer Instabilität. Sie sind zudem meist nicht von langer Hand geplant und haben gezielte Opfer.
Am 2. November 2020 erschütterte der islamistische Terroranschlag die Wiener Innenstadt. Kurz nach 20 Uhr eröffnete ein schwer bewaffneter Attentäter in der Nähe der Seitenstettengasse, unweit einer Synagoge, das Feuer auf Passanten. Der Täter, ein 20-jähriger österreichisch-nordmazedonischer Staatsbürger, tötete vier Menschen und verletzte 23 weitere, darunter mehrere Polizisten. Binnen Minuten kam es zu einem massiven Polizeieinsatz, die Innenstadt wurde abgeriegelt, und das Land stand über Stunden im Ausnahmezustand.
Der Angreifer, der dem radikal-islamistischen Milieu zugerechnet wurde, war bereits wegen versuchter Ausreise nach Syrien zu einer Haftstrafe verurteilt worden, aber vorzeitig entlassen. Er wurde schließlich von der Polizei erschossen. Der Anschlag löste landesweit Entsetzen aus und führte zu einer breiten Debatte über Sicherheitslücken, Radikalisierungsprävention und das Versagen der Behörden bei der Einschätzung extremistischer Gefährder. Bis heute gilt die Attacke als der schwerste islamistische Anschlag in Österreichs Geschichte.