Millionen-Ausgabe für neue Lkw

Spritpreise explodieren – Landbauer setzt auf Diesel

Diesel ist so teuer wie nie. Udo Landbauer setzt in Niederösterreich dennoch beim neuen Winterdienst-Fuhrpark bewusst auf Verbrenner.
Newsdesk Heute
30.09.2026, 16:39
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Tanken ist derzeit so teuer wie lange nicht. Mitte September erreichte Diesel in Österreich mit durchschnittlich 2,268 Euro pro Liter einen neuen Tages-Höchstwert. Zuletzt lag der österreichweite Durchschnitt weiterhin über 2,20 Euro. Gleichzeitig warnen Energieexperten vor Risiken für die europäische Dieselversorgung. Ausgerechnet in dieser angespannten Situation setzt das Land Niederösterreich bei einem millionenschweren Einkauf für den Straßendienst bewusst auf Verbrennungsmotoren.

Die Landesregierung hat für die Jahre 2027 und 2028 Investitionen von insgesamt 34,6 Millionen Euro beschlossen. Dazu gehören unter anderem 27 neue Winterdienst-Lkw samt Hydraulikanlagen und Kränen, drei große Baugeräte, drei Mobilbagger und sieben Baggerlader.

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Winterdienst-Fahrzeug in Niederösterreich
NLK Pfeiffer

Verkehrslandesrat und Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer (FPÖ) verteidigt die Entscheidung mit der Einsatzsicherheit des Straßendienstes. Dieser müsse auch bei Katastrophen, Hochwasser und Blackouts funktionieren, argumentiert er.

"Unsere Landsleute können bei jeder Witterung auf den NÖ Straßendienst zählen, wir lassen uns sicher nicht von leeren Akkus außer Gefecht setzen." Bei den neuen Fahrzeugen sei daher bewusst auf Verbrennungsmotoren gesetzt worden.

Die Investitionen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Diesel besonders teuer ist. Am 16. September wurde mit 2,268 Euro je Liter ein neuer österreichischer Höchstwert gemeldet. Wenige Tage später bewegten sich die Preise bei einzelnen Tankstellen wieder weiter in Richtung 2,50 Euro.

"Ideologische Geisterfahrt"

Während Landbauer von "Verlässlichkeit" und einer Absage an klimapolitisches "Gold-Plating" spricht, kommt von den NEOS harte Kritik. Laut deren NÖ-Verkehrssprecher Christoph Müller befindet sich der FP-NÖ-Chef auf "ideologischen Geisterfahrt".

"Mit der Entscheidung für den Verbrenner ignoriert er technologischen Fortschritt, wirtschaftliche Vernunft und langfristige Kosten", so Müller. "Von einem Landesrat erwarte ich mir, dass er bei Investitionen von fast 35 Millionen Euro zehn oder 20 Jahre nach vorne schauen kann und nicht mit beiden Händen an der Vergangenheit festhält."

Die Kritik zielt insbesondere darauf ab, dass elektrische Schwerfahrzeuge mittlerweile auch im Winterdienst eingesetzt beziehungsweise getestet werden.

E-Lkw räumt Schnee in der Schweiz

In der Schweiz ist seit Oktober 2024 auf der A1 in der Ostschweiz ein rein batterieelektrischer Winterdienst-Lkw im Einsatz. Laut dem Schweizer Bundesamt für Straßen wird das Fahrzeug zum Räumen von Eis und Schnee verwendet.

Das Fahrzeug unterstützt die Hochleistungsladetechnologie MegawattCharging (MCS). Diese Neuerung erlaube es, das Fahrzeug innerhalb von nur 20 Minuten so weit aufzuladen, dass es zwei Stunden lang Schnee pflügen und Salz streuen kann. Diese kurze Ladezeit sei der eigentliche Schlüssel zum Erfolg, nicht die maximale Reichweite, heißt es.

E-Lkw im Winterdienst in der Schweiz. Mit MegawattCharging (MCS) soll er innerhalb von nur 20 Minuten so weit aufgeladen werden können, dass er danach für zwei Stunden lang Schnee pflügen und Salz streuen kann.
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Denn: "Die Batterie-Kapazität würde einen wesentlich längeren Einsatz zulassen. Nach 2 Stunden müssen jedoch Trocken- und Flüssigsalz nachgeladen werden." Für die Bewältigung einer Winterdienstrunde würden zwei Stunden völlig genügen.

Auch Norwegen hat die Technik bereits unter schwierigen Bedingungen erprobt. Die staatliche Straßenverwaltung testete 2024 auf dem Dovrefjell einen elektrischen Schneepflug-Lkw mit einer Batterie von 1.000 kWh. Bei einem fast neunstündigen Arbeitstag bei minus fünf Grad sank der Batteriestand von 90 auf 28 Prozent.

Die Behörde hielt nach den ersten Tests bis zu zehn Stunden durchgehenden Räumbetrieb für möglich, betonte zugleich aber, dass emissionsfreie und bewährte Technologien vorerst parallel eingesetzt werden sollten.

Europa sorgt sich um Diesel

Die Diskussion bekommt durch die internationale Energielage zusätzliche Brisanz. Die Internationale Energieagentur sieht Europa wegen seiner Importabhängigkeit bei Diesel als besonders verwundbar. Rund die Hälfte der europäischen Dieselimporte kommt derzeit aus den USA.

US-Präsident Donald Trump brachte zuletzt einen Stopp von Diesel-Exporten ins Spiel. Seine Regierung prüfe eine solche Maßnahme, berichtete "Heute" unter Berufung auf Aussagen Trumps und von US-Finanzminister Scott Bessent. Ein Exportstopp könnte auch Folgen für Europa haben.

red,Akt. 30.09.2026, 17:14, 30.09.2026, 16:39