Südbahn wird Turbo-Strecke

Start Ende 2029! Züge rasen bald DURCH den Semmering

Erstmals ist am 19. Mai eine Delegation durch den Semmering-Basistunnel gefahren, allerdings im Bus. Erste Züge sollen dann 2029 rollen.
Team Wirtschaft
20.05.2026, 06:52
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Der Termin steht: Der Semmering-Basistunnel soll Ende 2029 für den Bahnverkehr freigegeben werden, gut ein Jahr früher als ursprünglich veranschlagt. Dann beginnt auf der Südstrecke ein neues Bahnzeitalter – mit bis zu 230 km/h schnellen Verbindungen, mehr Kapazität und einem deutlichen Schub für den Güterverkehr auf Schiene.

In elektrischen Kleinbussen durch den Tunnel

Am Dienstag (19. Mai) wurde im Tunnel bereits Geschichte geschrieben, wenn auch noch nicht die ganz große. Erstmals durchquerte eine offizielle Delegation die gesamte, fast 30 Kilometer lange unterirdische Verbindung von Gloggnitz in Niederösterreich bis nach Mürzzuschlag in der Steiermark. Noch ging es nicht auf Schienen durch den Berg, sondern mit Kleinbussen.

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Angeführt wurde die Delegation von Mobilitätsminister Peter Hanke und ÖBB-Chef Andreas Matthä. Mit dabei waren auch Nationalratspräsidentin Doris Bures, eine von drei Tunnelpatinnen, sowie Verkehrssprecher der Parlamentsparteien.

Führten die erste Fahrt einer offiziellen Delegation durch den Semmering-Tunnel an: Tunnelpatin und Nationalratspräsidentin Doris Bures, Mobilitätsminister Peter Hanke (r.), ÖBB-Chef Andreas Matthä
ÖBB / Ebner

"Neues Kapitel für Mobilität"

"Mit dem Semmering-Basistunnel beginnt ab Ende 2029 ein neues Kapitel für die Mobilität in Österreich", sagt Mobilitätsminister Peter Hanke. Das Projekt bringe Menschen näher zusammen, stärke den Wirtschaftsstandort und verlagere Verkehr klimafreundlich auf die Schiene. Für Pendler, Regionen und ganz Österreich seien die schnelleren Verbindungen auf der Südstrecke ein großer Gewinn.

Bald klar unter zwei Stunden von Wien nach Graz

Auch ÖBB-Chef Andreas Matthä spricht von einem historischen Schritt. "Der Semmering-Basistunnel markiert einen weiteren historischen Meilenstein auf unserem Weg, das Bahnland Nummer eins in Europa zu werden", sagt Matthä. Mehr Verkehr auf der Schiene sei ein Gewinn für Umwelt, Wirtschaft und ganz Österreich. Besonders deutlich wird das bei der Fahrzeit: "Ab Ende 2029 sind Wien und Graz dann in rund 1 Stunde und 50 Minuten miteinander verbunden."

Strecke über den Berg bremst bisher Bahnverkehr aus

Der Semmering war bisher einer der großen Engpässe auf der Südstrecke. Die historische Bergstrecke ist zwar weltberühmt, für den modernen Bahnverkehr aber eine Herausforderung. Steigungen, Kurven und begrenzte Kapazitäten bremsen Personen- und Güterzüge aus. Der neue Basistunnel führt künftig nicht mehr über den Semmering, sondern durch den Berg.

15 Jahre nach Baustart läuft finale Phase

Fast 15 Jahre nach dem Baustart befindet sich das Projekt nun in der finalen Phase. Ende 2024 war mit dem Durchschlag der große bauliche Meilenstein geschafft. Seit Sommer 2025 liegt der Schwerpunkt auf der technischen Tunnelausrüstung der zwei Röhren.

Sie werden mit allen für den Bahnbetrieb nötigen technischen Anlagen ausgestattet; also den Gleisanlagen, Leitungen und Technik. Aufgrund der gewaltigen Dimensionen des Tunnels sind dafür über drei Jahre notwendig, bis dann die Züge Ende 2029 durch den Tunnel fahren können.

Grünes Licht für den Bau unter Regierung Faymann

Tunnelpatin Doris Bures erinnert daran, dass der Weg zur Umsetzung des Projekts politisch lange schwierig war. "Nach jahrelangen Unstimmigkeiten zwischen den betroffenen Bundesländern ist es schließlich unter der Regierung Faymann gelungen, eine konsensuale Übereinkunft herzustellen", sagt die Nationalratspräsidentin. Damit sei das Fundament für dieses historische Infrastrukturprojekt gelegt worden.

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