"Lege deinen Pelz bereit"

Sturm und Schnee? Bauernregel warnt jetzt vor Winter

Am Karlstag entscheidet sich laut alter Bauernregel, wie hart der Winter wird. Doch die Wetterprognose macht jetzt wenig Hoffnung auf Schnee.
04.11.2026, 08:52
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Der 4. November könnte laut einer jahrhundertealten Bauernregel verraten, was Österreich im kommenden Winter erwartet. Am Gedenktag des heiligen Karl Borromäus gilt eine Wetterweisheit, die es in sich hat: "Wenn’s an Karolus stürmt und schneit, dann lege deinen Pelz bereit." Doch ausgerechnet die aktuelle Wetterprognose lässt einen entscheidenden Teil dieser Vorhersage vermissen.

Sturm und Schnee als Winter-Warnsignal

Im November haben traditionelle Bauernregeln Hochsaison. Seit Generationen beobachten Menschen das Wetter an bestimmten Lostagen, um daraus Rückschlüsse auf die kommenden Wochen und Monate zu ziehen. Einer dieser Tage ist der 4. November, der sogenannte Karlstag.

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Wer war der heilige Karl Borromäus?

Hinter dem Lostag steckt eine historische Persönlichkeit: Karl Borromäus lebte von 1538 bis 1584 und war Erzbischof von Mailand. Er spielte eine wichtige Rolle bei der katholischen Kirchenreform nach dem Konzil von Trient.

Besonders setzte er sich für die Ausbildung von Priestern, das Bildungswesen und die Krankenpflege ein. Während einer Pestepidemie in Mailand engagierte er sich für die Versorgung der Bevölkerung. 1610 wurde er heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 4. November.

Die überlieferte Regel ist eindeutig: Stürmt und schneit es an diesem Tag, soll ein besonders harter Winter bevorstehen. Der Pelz steht dabei sinnbildlich für die warme Kleidung, die man angesichts eisiger Temperaturen besser griffbereit haben sollte.

Doch hält das Wetter heuer überhaupt, was die alte Bauernweisheit verspricht?

So wird das Wetter am 4. November in Österreich

Nachdem es in höheren Lagen zwar bereits zu Schneefall gekommen ist, zeichnet die Vorhersage der GeoSphere Austria für den Mittwoch ein eher ruhiges, wenn auch stellenweise trübes Bild. Vor allem in der Osthälfte Österreichs halten sich zunächst dichte, tiefe Wolken. Im Westen zeigt sich hingegen bereits in der Früh zeitweise die Sonne. Im Laufe des Tages lockert die Bewölkung auch in anderen Regionen zunehmend auf.

Anders sieht es im Süden aus: Dort bleibt es länger bewölkt, außerdem kann es immer wieder leicht regnen. Der Wind weht überwiegend schwach bis mäßig aus Nord bis Ost. Auch die Temperaturen bleiben herbstlich frisch. In der Früh liegen die Werte zwischen minus 1 und plus 5 Grad. Am Nachmittag werden je nach Region 5 bis 11 Grad erreicht.

Von einem landesweiten Sturm oder einem markanten Wintereinbruch ist damit keine Rede. Die Bauernregel bekommt am 4. November also wenig Unterstützung vom Wetter.

Bedeutet das einen milden Winter?

Wer die alte Regel wörtlich nimmt, könnte jetzt aufatmen: Kein Sturm, kein verbreiteter Schneefall – demnach müsste der Winter eher mild ausfallen.

Doch Vorsicht! Eine verlässliche Winterprognose lässt sich daraus keinesfalls ableiten. Schließlich basiert die Bauernregel auf der Wetterbeobachtung eines einzigen Kalendertages. Wissenschaftlich gibt es keine belastbare Grundlage dafür, aus dem Wetter am 4. November auf die Temperaturen und Schneemengen der kommenden Wintermonate zu schließen.

Auch moderne Wettermodelle stoßen bei längerfristigen Prognosen an Grenzen. Je weiter der Blick in die Zukunft reicht, desto größer wird die Unsicherheit. Zusätzlich verändert der Klimawandel die gewohnten Wetterbedingungen und damit auch die Aussagekraft mancher traditioneller Bauernregeln.

red, 04.11.2026, 08:52