In den USA herrscht nach den tödlichen Schüssen auf den 37-jährigen US-Krankenpfleger, Alex Pretti, am Rande eines ICE-Einsatzes in Minneapolis weiterhin große Empörung. Anfangs sprachen Behörden und die Trump-Regierung von Notwehr. Ein erster Untersuchungsbericht der Grenzschutzbehörde CBP widerlegt diese Darstellung. Nun gießt ein Video erneut Öl ins Feuer.
In den Aufnahmen ist Pretti elf Tage vor seinem Tod zu sehen. Er schreit die Männer der Einwanderungspolizei an, provoziert sie dazu, ihn anzugreifen und beschimpft sie. Anschließend tritt der 37-Jährige auch auf das Fahrzeug der ICE-Agenten ein und beschädigt dieses. Als Reaktion darauf ringen ihn die Männer zu Boden.
Besonders auffallend: In dem Video ist auch zu sehen, dass Pretti eine Waffe im Hosenbund trägt. Auch an jenem Tag, der tödlichen Schüsse auf ihn, soll er sie dabeigehabt haben, berichten US-Medien. Aber: In keinem der Fälle gibt es Beweise dafür, dass der Krankenpfleger wirklich von ihr Gebrauch machen wollte.
Dennoch spekulieren nun einige Personen, dass die ICE-Beamten Pretti aufgrund seiner Attacke bereits auf dem Schirm hatten. Möglicherweise kannten ihn die Todesschützen bereits. Jedoch gibt es auch hierfür keine Belege. Der Anwalt von Prettis Familie, Steve Schleicher, sagte gegenüber CNN, dass nichts, "was eine Woche vorher" geschehen war, "die Tötung von Alex durch ICE am 24. Jänner" rechtfertigen könne.
Anders dürfte dies wohl das Lager von US-Präsident Donald Trump sehen. Sie wollen Pretti als gewaltbereit darstellen. Trump‑Berater Stephen Miller bezeichnete den Krankenpfleger auf X gar als "Attentäter". Der Beitrag wurde auch von Vizepräsident JD Vance geteilt. Auch Heimatschutzministerin Kristi Noem übernahm diese Bezeichnung.
Nun hat sich auch der Sohn des US-Präsidenten, Donald Trump Jr., zu dem aktuellen Video geäußert. "Nur ein friedlicher Beobachter", schrieb der älteste Präsidenten-Sohn auf der Kurznachrichtenplattform und postete dazu ein skeptisches Emoji.