Die Hitzewelle hat das Einkaufsverhalten der Österreicher deutlich verändert. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Zahlungsdienstleisters Adyen. Während viele Branchen weniger Kunden und sinkende Umsätze verzeichneten, profitierte ausgerechnet der Elektronikhandel von den hohen Temperaturen.
Besonders deutlich zeigte sich der Effekt im stationären Handel – also in Supermärkten, in Einkaufsstraßen, in den Geschäften. An den drei heißesten Tagen der Hitzewelle ging die Zahl der Transaktionen um acht Prozent zurück, der Umsatz sank um sieben Prozent.
Auffällig war auch der veränderte Tagesablauf beim Einkaufen. Zwar lag die Umsatzspitze an beiden untersuchten Samstagen zwischen 11 und 12 Uhr und machte jeweils mehr als zwölf Prozent des Tagesumsatzes aus. Während an einem normalen Samstag aber bis etwa 17 Uhr auf hohem Niveau eingekauft wurde, brachen die Umsätze am besonders heißen Samstag, dem 27. Juni, bereits ab 13 bis 14 Uhr deutlich ein.
Nicht nur der Handel, sondern auch die Gastronomie litt unter den hohen Temperaturen. Restaurants verzeichneten während der Hitzewelle 13 Prozent weniger Transaktionen und 14 Prozent weniger Umsatz.
Auch Lieferdienste profitierten entgegen den Erwartungen nicht von der Hitze. Online-Bestellungen von Essen gingen ebenfalls zurück. Die Zahl der Transaktionen sank um acht Prozent, der Umsatz um sechs Prozent.
Ganz anders entwickelte sich die Lage in der Elektronikbranche. Sowohl im stationären Handel als auch online stieg die Zahl der Transaktionen um 30 Prozent, der Umsatz legte sogar um 41 Prozent zu.
Gleichzeitig erhöhte sich der durchschnittliche Warenkorbwert um neun Prozent. Als mögliche Gründe nennt Adyen kurzfristige Käufe von Ventilatoren, mobilen Klimageräten oder Kühlgeräten.
Besonders stark traf die Hitzewelle touristische Attraktionen. Dort lag die Zahl der Transaktionen 25 Prozent unter dem Vergleichszeitraum, der Umsatz war sogar 26 Prozent niedriger.
"Die extreme Hitze in Österreich verändert das Konsumverhalten spürbar: Weniger Menschen kommen in die Läden, die Konsumnachfrage geht zurück und die Einkaufsaktivität verlagert sich stärker in die kühleren Vormittagsstunden", sagt Hella Fuhrmann, Country Managerin DACH bei Adyen.
Sie geht davon aus, dass Hitzewellen künftig stärker in die Planung des Handels einbezogen werden müssen. Wer die Veränderungen früh erkenne, könne Öffnungszeiten, Personaleinsatz und Sortiment gezielt an die veränderte Nachfrage anpassen.
Für die Analyse verglich Adyen die drei heißesten Tage der Hitzewelle vom 27. bis 29. Juni 2026 mit vielerorts über 35 Grad mit den entsprechenden Wochentagen der darauffolgenden Woche vom 4. bis 6. Juli 2026. Berücksichtigt wurden ausschließlich über die Adyen-Plattform abgewickelte und von Kunden initiierte Transaktionen in Österreich.