Am Donnerstag ist der Internationale Tag der Suizidprävention. Die von der ÖVP nominierte Volksanwältin Gaby Schwarz macht aus diesem Anlass auf ein Problem aufmerksam, das vielfach übersehen wird: Suizide in Gefängnissen.
Suizidgedanken? Es gibt Hilfe.
Wenn du unter Suizidgedanken, Depressionen oder anderen Ausnahmesituationen leidest, bietet die Telefonseelsorge unter der Nummer 142 von 0-24 Uhr kostenlos und anonym schnelle Unterstützung.
Weitere Ansprechstellen für Betroffene:
Kriseninterventionszentrum Wien: 01/40 69 595
Rat auf Draht: 147
Weisser Ring - Verbrechensopferhilfe: 0800 / 112 112
"Mit Ende August 2026 wurden uns bereits so viele Suizide aus Österreichs Justizanstalten gemeldet wie im gesamten Vorjahr. Damit haben wir den traurigen Höchststand von 2025 erreicht. Es ist zu befürchten, dass die Zahl der Suizide heuer noch weiter steigt. Das muss ein Alarmsignal für das zuständige Justizministerium sein."
Die Volksanwältin verweist darauf, dass es heuer bereits acht Suizide und 33 Suizidversuche gegeben hat, die auch der Volksanwaltschaft gemeldet wurden. Umfasst ist dabei der Zeitraum von 1. Jänner bis 26. August. Zum Vergleich: Von 2020 bis 2025 waren es insgesamt 60 Suizide und 235 versuchte Suizide.
Gaby Schwarz fordert einmal mehr, die Präventionsmaßnahmen zu verbessern: "Eine Einschätzung des Suizidrisikos bei Haftantritt reicht nicht. Es gibt noch viel Luft nach oben, zum Beispiel bei der neuerlichen Beurteilung nach acht bis zwölf Wochen."
Diese Maßnahme gehört auch zu 48 Empfehlungen einer Expertengruppe im Auftrag des Justizministeriums aus dem Jahr 2023, an der auch die Volksanwaltschaft beteiligt war, betont Schwarz.