In der SPÖ laufen die entscheidenden Beratungen über die künftige Aufstellung der Partei. Am Sonntagnachmittag kamen zunächst die Landesparteichefs im Wiener Rathaus zusammen, bevor die Gespräche mit Parteichef Andreas Babler im Hotel Steigenberger weitergingen.
Ab 14 Uhr trafen die roten Landeschefs zu ihrer Vorbesprechung ein. Für 16 Uhr war anschließend die größere Runde mit Babler, SPÖ-Frauenchefin Eva-Maria Holzleitner, ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian, Regierungskoordinatorin Michaela Schmidt und Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim angesetzt.
Vor den Beratungen äußerten sich mehrere Landesparteichefs gegenüber Journalisten. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig rechnet nicht unbedingt mit einer sofortigen Entscheidung.
Er bezweifle, dass "heute um Mitternacht schon alles entschieden" sein werde. Der Wiener SPÖ-Chef sprach vielmehr von einem "Prozess".
Gleichzeitig machte Ludwig deutlich, dass es innerhalb der Partei Veränderungen geben soll. Es gebe einen "Wunsch nach Veränderung".
Auch Vorarlbergs SPÖ-Chef Mario Leiter erwartet nach dem Treffen konkrete nächste Schritte. Nach der Sitzung solle es einen "Fahrplan" geben.
Babler traf gegen 16.15 Uhr beim Hotel ein. Den wartenden Journalisten wünschte er einen "schönen Nachmittag".
Auf die Frage, ob er am Abend noch SPÖ-Chef sein werde, gab Babler keine Antwort. Begleitet wurde er von den SPÖ-Bundesgeschäftsführern Klaus Seltenheim und Sandra Breiteneder.
Angesichts der zahlreichen eintreffenden Autos wandte sich Babler noch einmal an die Journalisten: "Verletzt Euch nicht!"
Hintergrund der Beratungen sind die schlechten Umfragewerte der Sozialdemokraten. In der aktuellen Sonntagsfrage kommt die SPÖ auf 15 Prozent.
Zusätzlichen Schwung erhielt die Diskussion über die Parteispitze durch Medienmanager Gerhard Zeiler. Sein Interesse am SPÖ-Vorsitz hat die Führungsdebatte innerhalb der Partei neu angefacht.