Auftritt am Oktoberfest

Kickl sicher – "Neuwahlen können jederzeit daherkommen"

Seine Herbsttour hat FPÖ-Chef Kickl am Sonntag auf das Hartberger Oktoberfest geführt. Im Bierzelt gab’s den gewohnten Rundumschlag.
Heute Politik
04.10.2026, 14:39
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Er hat schon Tradition: Der Frühschoppen der steirischen FPÖ am Hartberger Oktoberfest. Ebenso traditionell ist dort Bundesparteichef Herbert Kickl der Hauptredner. Auch am Sonntag sprach er rund eine Stunde lang vor hunderten Gästen.

SPÖ-Krise als aufgelegter Elfmeter für Kickl

Ein gefundenes Fressen für Kickl war natürlich die derzeitige Führungskrise in der SPÖ. Dementsprechend richtete er gleich zu Beginn seiner Rede "Grüße an die Selbsthilfegruppe namens Soziademokratie". Angesichts der Diskussion um den Nachfolger oder die Nachfolgerin von SPÖ-Parteichef Andreas Babler ist überzeugt: "Liebe Sozialisten, game over, das Spiel ist vorbei."

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"Kreisky rotiert im Grab"

In der SPÖ würde "Kommunisten mit Kapitalisten streiten, wer die besseren Sozialisten sind", spielte Kickl auf die Ambitionen des Medienmanagers und Millionärs Gerhard Zeiler ("stinkreicher Zeiler-Onkel") auf den Chefsessel in der SPÖ an. "Und der Kreisky rotiert im Grab."

Bei den kommenden Nationalratswahlen werde man diese Herrschaften "hinauskickln" und "mit dem nassen Fetzen aus den Ämtern hinausjagen", so der FPÖ-Chef deftig in Bierzelt-Manier. Vorexerziert habe man das schon in der Steiermark, spielte er auf den Machtwechsel von der ÖVP auf eine FPÖ-geführte Regierung an. Damit sei die steirische Landesgruppe mit Landeshauptmann Mario Kunasek ein Vorbild für alle anderen Landesgruppen in der FPÖ. Die werde überall dort, wo nächstes und übernächstes Jahr gewählt wird, die stärkste Partei sein.

"Nächste Nationalratswahl ist Schicksalswahl"

Die kommende Nationalratswahl bezeichnete der FPÖ-Chef als "Schicksalswahl". Wen sich die Freiheitlichen nicht "auseinanderdividieren lassen", werde am Ende der "Volkskanzler" stehen. Eine solche Neuwahl könne angesichts der Situation in den anderen Parteien "jederzeit daherkommen", prophezeite Kickl.

Auch ÖVP bekommt ihr Fett ab

Ihr Fett bekam aber nicht nur die SPÖ ab. Auch die ÖVP ließ Kickl nicht ungeschoren. Parteichef und Kanzler Christian Stocker bezeichnete der FPÖ-Obmann als "größte Schlaftablette in ganz Österreich". Der habe "kein Herz, kein Gefühl und keine Wähler. Wie Deutschlands CDU-Bundeskanzler Friedrich Merz sei auch Stocker ein "scheinkonservativer Versager": "Danka, danke, danke, lieber Herrgott, dass der nicht mein Vizekanzler geworden ist."

Kickl zählte eine Reihe von Bereichen auf, bei denen die Regierung versagt habe. So sei trotz des Billiger-Strom-Gesetzes Strom um 50 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Die Spritpreisbremse wiederum müsse man "bei der Tankstelle mit der Lupe suchen". Beim Wirtschaft sei Österreich an letzter Stelle in Europa, den versprochenen Aufschwung gebe es nicht.

"Völkerwanderung kostete seit 2015 22 Milliarden Euro"

Bei seinem Lieblingsthema Asyl und Zuwanderung sieht er ebenfalls keine Trendwende, sondern ein "Weiter wie bisher". So habe es im ersten Halbjahr jeweils 1.200 Asylanträge aus Afghanistan und Syrien gegeben. Dorthin zurückgebracht worden seien im selben Zeitraum gerade einmal 61 Personen. Die "Völkerwanderung" verursache auch enorme Kosten, nämlich seit 2015 mittlerweile 22 Milliarden Euro, rechnete der FPÖ-Chef vor.

Zudem ergebe sich dadurch auch ein Sicherheitsproblem, weil "verantwortungslose Gestalten importierte Messerstecher, Mörder, Vergewaltiger und Terroristen hereingelassen" hätten, kritisierte Kickl. Das zeige sich auch daran, dass in den heimischen Gefängnissen mehr als 50 Prozent Ausländer einsitzen würden.

Als er selbst zwei Jahre alt gewesen sei, habe es in Österreich gerade einmal 20.000 Muslime gegeben, heute seien es 800.000. Wo der Islam sei, sei auch der Islamismus nicht weit, warnte der Chef-Freiheitliche: "Ich will mir nicht vorwerfen lassen, dass ich nichts gegen die Islamisierung gemacht habe." Denn immerhin sei der Islamismus die "größte Gefahr" für unsere Gesellschaft. Daher brauche es das Verbotsgesetz gegen den politischen Islam, das die "Spätzünder der Regierung" jetzt ebenfalls wollten.

pol,Akt. 04.10.2026, 14:44, 04.10.2026, 14:39