Die Schließung des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf (NÖ) trifft rund 240 Beschäftigte hart. Während die Verarbeitung von heimischem Gemüse in Österreich offenbar gesichert ist, bleibt die berufliche Zukunft der Mitarbeiter ungewiss.
Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) schlägt jetzt Alarm. "Dass eine Lösung gefunden wurde, um die Verarbeitung von heimischem Gemüse in Österreich auch künftig abzusichern, ist ein wichtiger Schritt", so Schumann. Aber: "Eine Lösung für die Gemüseproduktion ist noch lange keine Lösung für die Beschäftigten."
Die Mitarbeiter hätten zum Teil jahrelang für das Unternehmen gearbeitet und dürften jetzt nicht im Stich gelassen werden.
„Eine Lösung für die Gemüseproduktion ist noch lange keine Lösung für die Beschäftigten.“Korinna Schumann Arbeits- und Sozialministerin (SPÖ)
Die Ministerin nimmt das Unternehmen in die Pflicht. Sie fordert einen raschen, fairen und ausreichend finanzierten Sozialplan. Sie erwartet, dass Ardo "seiner Verantwortung gegenüber den Beschäftigten gerecht wird" und ein deutlich verbessertes Angebot vorlegt. Die bisherigen Verhandlungen dürften nicht länger auf der Stelle treten.
Laut Gewerkschaft sind mittlerweile sechs Verhandlungsrunden über einen Sozialplan abgehalten worden, Ardo habe jedoch noch kein akzeptables Angebot vorgelegt.
Schumann will zudem, dass eine Arbeitsstiftung eingerichtet wird, um den Betroffenen einen beruflichen Neustart zu ermöglichen.
Unternehmen, die künftig die Verarbeitung von heimischem Gemüse übernehmen und ihre Kapazitäten ausbauen, sollen nach Möglichkeit erfahrene Ardo-Mitarbeiter übernehmen.
Wo das nicht klappt, sollen gezielte Umschulungen und Unterstützung durch das AMS helfen, dauerhafte Arbeitslosigkeit zu verhindern.
"Die Beschäftigten bei Ardo dürfen nicht auf der Strecke bleiben", macht Schumann klar: "Eine österreichische Lösung darf nicht nur heimisches Gemüse sichern, sie muss auch den Menschen, die dafür arbeiten, eine Perspektive geben."
Am Montag (9. November) findet in der Früh eine Protest- und Solidaritätskundgebung vor dem Ardo-Werk statt.
"Ardo agiert eiskalt. Obwohl man Gewinne geschrieben hat, schließt man das Werk und ist nicht einmal bereit, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen fairen Ausgleich anzubieten," sagen Reinhold Binder, Bundesvorsitzender der Produktionsgewerkschaft (PRO-GE), und Barbara Teiber, Chefin der Gewerkschaft GPA.