Gewerkschaft ist empört

50 Grad im Glashaus! Trotzdem mussten Arbeiter schuften

Ende Juli/Anfang August wurden in Wien historische 41 Grad gemessen. Trotzdem mussten in Simmering Beschäftigte unter extremen Bedingungen arbeiten.
Nicolas Kubrak
30.08.2026, 20:59
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Österreich leidet unter immer heftigeren Hitzewellen. Die jüngste Hitzeperiode vor wenigen Wochen brachte vielerorts außergewöhnlich hohe Temperaturen. Im Osten des Landes kletterten die Thermometer sogar auf über 40 Grad.

"Unmenschliche" Bedingungen im Freien

Solche Bedingungen sind für alle Bevölkerungsgruppen eine Belastung, vor allem aber für Menschen, die körperlich schwere Arbeit im Freien verrichten. Besonders Land- und Erntearbeiter sind in den Mittags- und Nachmittagsstunden der direkten Sonneneinstrahlung am Feld ausgesetzt, bei gleichzeitiger Verrichtung körperlich belastender Arbeit.

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Die sezonieri-Kampagne für die Rechte von Erntearbeitern in Österreich kritisiert, dass verpflichtende Schutzmaßnahmen, die laut Hitzeschutzverordnung für Arbeiten im Freien zu treffen sind, von den Betrieben nicht immer oder nur unzureichend umgesetzt werden. Außerdem gebe es zu wenig behördliche Kontrolle.

Über die sozionieri-Kampagne

Die sezonieri-Kampagne für die Rechte von Erntearbeiter in Österreich hat das Ziel, Erntearbeite über ihre Rechte zu informieren, sie in der Durchsetzung ihrer bestehenden Rechte zu unterstützen und Selbstorganisierungsprozesse zu fördern. Sie wurde 2014 von der Produktionsgewerkschaft PRO-GE gemeinsam mit Aktivist:innen und NGOs gegründet.

"Solche unmenschlichen Arbeitsbedingungen müssen mit allen Mitteln unterbunden werden", betonen Sónia Melo von der sezonieri-Kampagne und Reinhold Binder, Bundesvorsitzender der PRO-GE-Gewerkschaft.

Arbeit bei 50 Grad!

Besonders dramatisch soll die Situation für Beschäftigte eines Gewächshauses im Wiener Bezirk Simmering gewesen sein. Wie die sezonieri-Kampagne und PRO-GE enthüllen, berichteten Beschäftigte von Temperaturen zwischen 40 und 50 Grad im Gewächshaus. Hinzu kam erhöhte Luftfeuchtigkeit mit geringer oder keiner Luftbewegung. Laut einer Studie der Arbeiterkammer wären unter diesen Bedingungen nur rund 15 Minuten ununterbrochene Arbeit medizinisch vertretbar.

"Kann tödlich enden"

Melo und Binder zeigen sich alarmiert: "Solche Arbeitsbedingungen sind ein immenses Risiko für die körperlich Gesundheit. Hitzschlag, Kollaps und langfristige körperliche Schäden können die Folgen sein. Hinzu kommt das gesteigerte Unfallrisiko, das insbesondere bei der Arbeit mit Maschinen tödlich enden kann."

Die sezonieri-Kampagne und PRO-GE fordern daher dringend gesetzliche Verbesserungen, etwa in der land- und forstwirtschaftlichen Arbeitsstättenverordnung, damit Arbeiter auch in Gewächshäusern geschützt werden und Hitzeschutzmaßnahmen nicht vom Willen der Betriebsführung abhängig sind.

{title && {title} } nico, {title && {title} } 30.08.2026, 20:59