Laut dem Grünen Kantonsrat aus Waadt, Oleg Gafner, müsse man über ein Alkohol-Limit für Parlamentarier diskutieren. Sie würden über Kredite in Millionenhöhe und ein Budget in Milliardenhöhe entscheiden, daher setze sich Gafner für eine Promillegrenze wie auf den Straßen – also nicht mehr als 0,5 Promille – ein.
Ihm zufolge sei es nicht ungewöhnlich, dass Abgeordnete während der Sitzungen alkoholisiert sind. Als müssen die Parlamentarier in Waadt bald vor den Sitzungen ins Röhrchen pusten? Die Erfolgschancen auf den Antrag des Grünen-Politikers seien laut eigener Aussage gering, berichtet die "Krone".
Auch unter seinen Kollegen erntete der 24-Jährige für seinen Vorstoß Spott. So beschrieb der Abgeordnete und Winzer Maurice Neyroud den Vorschlag des Grünen gegenüber "Blick" als "lächerlich". Der Kanton Waadt sei besonders auf seine Weinanbauregion stolz. Hier gebe es den Aperitif bereits am Vormittag, hieß es.
Auch Gafner selbst ist dem Waadtländer Wein nicht abgeneigt. Er betonte aber, dass dies hier nicht das Thema sei. Er wolle bei Verstößen gegen die Promillegrenze auch keine Sanktionen einführen. Es gehe nur um eine reine Vorschrift.
Auch in Österreich sorgt ein mutmaßlicher Alkoholvorfall im Parlament derzeit für Aufsehen. Während einer Nationalratssitzung exten zwei Parlamentarierinnen der Neos ein Stamperl. Bei der FPÖ stieß der Vorfall auf Empörung. Die Freiheitliche Abgeordnete Dagmar Belakowitsch postete ein Foto des Vorfalls. Dieses soll sie jedoch mittels KI manipuliert haben.
So wurde die Flüssigkeit in den Stamperln offenbar so verändert, dass sie durchsichtig (wie Schnaps) wirkte. Laut den Neos soll es sich jedoch um das Getränk Vöslauer Balance Juicy Plus gehandelt haben. Also war das Getränk offenbar alkoholfrei.
Das auffallende Anstoßen soll Teil einer "Challenge" gewesen sein. Bei jedem vorhersehbaren Migrations-Schlagwort der politischen Konkurrenz müsse getrunken werden, so die Regel. Der Redner bei dem nunmehrigen Vorfall soll Reinhold Maier (FPÖ) gewesen sein. Gegenüber "Heute" hieß es, dass man seitens der Neos wegen des mutmaßlich manipulierten Fotos von Belakowitsch rechtliche Schritte prüfe.