Anfrage an den Bundeskanzler

Kosten für Klausur im "Luxus-Spa" bringen FPÖ in Rage

Statt im Kanzleramt hat sich die Regierungsspitze in einem niederösterreichischen Hotel zur Klausur getroffen. Folge: eine FPÖ-Anfrage zu den Kosten.
Heute Politik
15.01.2026, 14:37
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Die Klausur der Regierungsspitze im Vier-Sterne-Superior-Hotel in Mauerbach (NÖ) hat ein parlamentarisches Nachspiel. FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz stellt eine Anfrage an Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), in der er Details zu dieser Arbeitssitzung – speziell zu den Kosten – wissen will.

FPÖ-General zweifelt an verantwortungsvollem Umgang mit Steuergeld

"Diese Klausur wurde zu einem Zeitpunkt abgehalten, an dem die Bundesregierung – insbesondere auch Vertreter der Neos – wiederholt öffentlich betont, dass angesichts der angespannten budgetären Lage 'im System gespart' werden müsse und ein verantwortungsvoller Umgang mit öffentlichen Mitteln unerlässlich sei", schreibt Schnedlitz in der Begründung dieser Anfrage.

"Hochpreisiger Hotelbetrieb"

"Deshalb steht die Durchführung einer zweitägigen Regierungsklausur in einem hochpreisigen Hotelbetrieb in einem auffälligen Spannungsverhältnis zu den eigenen Ankündigungen der Bundesregierung."

Bestehende staatliche Infrastruktur ausreichend

Vor diesem Hintergrund sei die Wahl eines externen Veranstaltungsortes mit gehobenem Hotel- und Spa-Standard für eine interne Arbeitsklausur der Bundesregierung besonders kritisch zu hinterfragen, moniert der FPÖ-General. "Es stellt sich die grundsätzliche Frage, warum für eine zweitägige Koordinations- und Arbeitssitzung nicht auf bestehende staatliche Infrastruktur zurückgegriffen wurde, sondern stattdessen ein kostenintensiver Rahmen gewählt wurde, der mit erheblichen Ausgaben zulasten der Steuerzahler verbunden ist."

"Luxus-Spa"

Zudem sieht Schnedlitz "erhebliche Zweifel" an der Glaubwürdigkeit der von der Bundesregierung propagierten Sparsamkeit. "Denn während Hunderttausende Österreicher nicht mehr wissen, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen und keinen einzigen Gedanken an einen Urlaub verschwenden können, residiert die Regierungsspitze im Luxus-Spa."

Insgesamt 24 Fragen plus mehrere Unterfragen umfasst die Anfrage, die "Heute" vorliegt.

Eine Auswahl der spannendsten:

  • "Wer war verantwortlich für die Organisation der Klausur?"
  • "An welchen Tagen nahmen Sie persönlich an der Regierungsklausur in Mauerbach teil?"
  • "Welche Personen aus Ihrem Kabinett bzw. Ihrem Ressort nahmen an der Regierungsklausur teil?
  • Bitte um getrennte Auflistung jeweils unter Angabe der Anzahl und Funktion nach."
  • "Mit welchen Verkehrsmitteln reisten Sie zur Regierungsklausur an und wieder ab?"
  • "Haben Sie für An- oder Abreise einen gemeinsamen Transport der Bundesregierung genutzt?"
  • "Wie hoch waren die gesamten An- und Abreisekosten, die für Sie sowie für alle Mitarbeiter Ihres Kabinetts und Ressorts angefallen sind?"
  • "Haben Sie im Rahmen der Regierungsklausur im Hotel genächtigt?"
  • "Wie hoch waren die gesamten Nächtigungskosten, die für Sie sowie für alle Mitarbeiter Ihres Kabinetts und Ressorts angefallen sind?"
  • "Welche Verpflegungsleistungen wurden für Sie sowie für Mitarbeiter Ihres Kabinetts bzw. Ressorts in Anspruch genommen?"
  • "Wie hoch waren die gesamten Verpflegungskosten, die dadurch angefallen sind?"
  • "Wie hoch sind die Gesamtkosten, die Ihrem Ressort durch die Regierungsklausur entstanden sind bzw. noch entstehen werden?"
  • "Wurde geprüft, ob die Regierungsklausur unter Nutzung bestehender staatlicher Infrastruktur hätte abgehalten werden können?"
  • "Wurden Maßnahmen gesetzt, um die Kosten der Regierungsklausur möglichst gering zu halten?"
  • "Halten Sie die durch Ihr Ressort entstandenen Kosten im Lichte der aktuellen budgetären Lage für angemessen?"

Was kosteten Unterkunft, Verpflegung – und Wellness?

Spannend wird auch die Antwort auf die von Schnedlitz geforderte detaillierte Aufschlüsselung der Kosten. Hier muss Stocker folgende Kategorien einzeln beantworten: An- und Abreise, Unterkunft, Verpflegung, Organisation, externe Dienstleistungen, Spa und Wellness, sonstige Kosten.

Kanzler hat zwei Monate Zeit für die Antworten

Für die Beantwortung der parlamentarischen Anfrage hat der Bundeskanzler jetzt bis zu zwei Monate Zeit. Eine Frage wird er wohl eher nicht beantworten: jene nach der Angemessenheit der entstandenen Kosten. In diesem Fall antworten Regierungsmitglieder gerne mit "Meinungen und persönliche Einschätzungen sind nicht Gegenstand des parlamentarischen Interpellationsrechtes"…

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