Psychische Störungen haben viele Gesichter, die Behandlungsansätze sind divers. Aber die skurrilste Art, sie zu bekämpfen, ist Cannabis oder besser gesagt Cannabinoide. Der Unterschied liegt darin, dass Cannabis die ganze Pflanze beschreibt und Cannabinoide die chemischen Verbindungen wie THC und CBD. Eine Studie der Universität Sydney, die im "Lancet Psychology" veröffentlicht wurde, hat diesen Behandlungsansatz untersucht und kam zu dem Schluss, dass Cannabis in manchen Fällen helfen kann. Die Ergebnisdichte ist allerdings nicht aussagekräftig genug, um genaue Annahmen und weitere Schlüsse ziehen zu können.
Laut der Studie konnten die meisten Anzeichen einer Verbesserung des Zustandes bei Personen mit Tourette-Syndrom oder Personen mit autistischen Veranlagungen festgestellt werden. Der Versuch ist bedeutend, denn psychische Störungen und Substanz-Missbrauch sind ernstzunehmende gesundheitliche Themen, die oftmals als Tabu-Thema gesehen werden. Die Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt und oft nicht leicht zugänglich. Daher sind Cannabinoide als alternative Behandlung immer weiter ins Rampenlicht gerückt.
In den USA, Kanada und Australien sind Cannabinoide als Behandlungsmethode anerkannt und werden auch von einigen Betroffenen angenommen. Etwa ein Viertel der 16-65-Jährigen in den USA hat angegeben, Cannabinoide konsumiert zu haben. Etwa die Hälfte all jener hat es genutzt, um gegen gesundheitliche Beschwerden vorzugehen.
Auch wenn der Ansatz vielversprechend aussah, musste man feststellen, dass bei den meisten psychischen Störungen keine maßgeblichen Verbesserungen festgestellt werden konnten. Was sich mit dem Konsum teils verändert hat, sind die Begleiterscheinungen bzw. manche Symptome der Krankheit. Bei Suchtkrankheiten beispielsweise konnten erleichternde Umstände bei den Entzugserscheinungen festgestellt werden. Auch die Schlafdauer hat sich positiv durch den Cannabinoid-Konsum verändert.
Besonders skurril - Cannabinoide sind vor allem wirksam im Kampf gegen eine Cannabis-Sucht. Wer sich dieser alternativen Methode bedienen möchte, sollte Wert auf vollwertige Informationen legen und dies nicht leichtfertig tun, da die Datenlage zu diesem Thema sich stetig weiter entwickeln könnte und aktuell noch nicht zu 100 Prozent aussagekräftig ist.