Weihnachten gilt als Fest der Liebe – doch beim Auspacken ist die Enttäuschung offenbar oft größer als die Freude. Laut dem mydays Geschenkereport 2026 kennt mehr als die Hälfte der Deutschen (56 Prozent) enttäuschende Weihnachtsgeschenke. Dazu wurden im August und September 2026 1.000 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren in Deutschland befragt.
Nur knapp jeder Dritte (32 Prozent) sagt, sich immer über die erhaltenen Geschenke zu freuen. Für 21 Prozent ist der Geschenkeflop sogar beinahe schon Tradition: Sie erleben laut Umfrage jedes oder fast jedes Jahr eine Enttäuschung. Und manche Präsente dürften wohl für immer in Erinnerung bleiben.
Was landet tatsächlich unter deutschen Christbäumen? Die Liste der kuriosesten Fehlgriffe hat es in sich.
Auf Platz eins der schrecklichsten Weihnachtsgeschenke stehen Unterhosen vom Chef. Dahinter folgen ein Hornhautei und gleich 25 Kilogramm Zement. Den vierten Platz belegt ein ausgestopfter Fasan. Auch Diätpillen in einer Pralinenschachtel oder eine Wurstkabeltrommel wurden genannt.
Doch wie reagiert man, wenn einem das Geschenk so gar nicht gefällt? Offenbar mit einer guten Portion Schauspielkunst. Jeder Zweite (50 Prozent) hat laut Report schon einmal Freude über ein ungeliebtes Geschenk vorgetäuscht. Bei den Frauen sind es sogar 56 Prozent.
Der Grund dürfte nicht zuletzt der Familienfrieden sein: Fast jeder Fünfte (19 Prozent) hat wegen eines Geschenks schon einmal gestritten.
Für 21 Prozent ist ein Fehlgriff mehr als nur ein kurzer Moment der Enttäuschung. Sie fühlen sich dadurch von der schenkenden Person nicht richtig gekannt. 20 Prozent sind enttäuscht, 19 Prozent vermissen die erkennbare Mühe dahinter. 14 Prozent fühlen sich sogar weniger wertgeschätzt.
Der Horror beginnt für viele aber schon lange vor dem Heiligen Abend. 38 Prozent empfinden die Suche nach Geschenken als stressig. Das größte Problem: Es fehlen die Ideen. 41 Prozent wissen laut Studie nicht, was sie schenken sollen. 37 Prozent haben Angst, danebenzuliegen.
Ausgerechnet die engsten Beziehungen machen die Sache nicht einfacher. Für 32 Prozent ist der eigene Partner beziehungsweise die eigene Partnerin am schwierigsten zu beschenken. Bei der Gen Z wird hingegen der Papa zum persönlichen Geschenke-Endgegner: 46 Prozent empfinden ihn als besonders schwer zu beschenken.
Und dann das: Selbst erfolgreiche Geschenke scheinen erstaunlich schnell aus dem Gedächtnis zu verschwinden. 61 Prozent erinnern sich nicht mehr an alle Weihnachtsgeschenke des Vorjahres. Bei den eigenen Geschenken ist die Erinnerungslücke noch größer: 64 Prozent wissen nicht mehr alle Präsente, die sie selbst verschenkt haben.
Manche Geschenke verschwinden sogar nicht nur aus dem Gedächtnis, sondern aus dem Haushalt. 41 Prozent haben laut Umfrage bereits mindestens einmal ein Weihnachtsgeschenk weitergeschenkt. 22 Prozent haben das sogar mehrfach getan.
Weitere 24 Prozent haben zwar noch nie "recycelt", könnten es sich aber grundsätzlich vorstellen.
Was macht ein Geschenk also zum Volltreffer? Überraschend wenig hat offenbar mit dem Preis zu tun. Nur zehn Prozent legen Wert auf ein teures Geschenk. Für 52 Prozent zählt vielmehr, dass sich der andere Gedanken gemacht hat. 46 Prozent wollen ein Präsent, das zu den persönlichen Vorlieben passt. Für 40 Prozent spielt eine besondere emotionale Bedeutung eine Rolle.
Besonders hoch im Kurs stehen gemeinsame Erlebnisse: 83 Prozent empfinden Erlebnisgeschenke als persönlicher als Sachgeschenke. 90 Prozent sagen, ein gemeinsames Erlebnis sei wertvoller als ein materielles Geschenk und könne eine Beziehung stärken.
Auf dem Wunschzettel landen Erlebnis- und Zeitgeschenke mit 28 Prozent deshalb auf Platz eins – knapp vor Geldgeschenken (27 Prozent) und Reisen (25 Prozent). "Der Wunsch nach gemeinsamer Zeit zeigt sich auch ganz konkret in unseren Buchungsdaten: Sieben der zehn mydays Weihnachts-Bestseller sind Erlebnisse für zwei. Ganz vorne liegen unsere Erlebnisboxen '3 Tage Du und Ich' und 'Zeit zu zweit'”, sagt Christian Nau, CEO der Jochen Schweizer mydays Group.
Auch künstliche Intelligenz mischt zunehmend bei der Suche nach dem passenden Geschenk mit. 22 Prozent wollen heuer Tools wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity nutzen. Weitere 30 Prozent können sich das zumindest vorstellen. Gleichzeitig bleiben 46 Prozent bei der klassischen Geschenkesuche und schließen KI für sich aus. Männer zeigen sich dabei laut Report etwas offener: 25 Prozent wollen KI einsetzen, bei den Frauen sind es 19 Prozent.
Beim Geschenk für die Partnerin oder den Partner wird hingegen tiefer in die Tasche gegriffen. 26 Prozent geben dafür mindestens 150 Euro aus. Dabei zeigen sich Männer laut Studie spendabler: 31 Prozent wollen mindestens 150 Euro für das Geschenk an die Partnerin ausgeben. Bei den Frauen sind es 21 Prozent, die für den Partner mindestens 150 Euro einplanen.