Kaum wird es draußen kühler, suchen sich ungebetene Gäste ein warmes Plätzchen in unseren vier Wänden. Besonders Stinkwanzen haben es jetzt auf Wohnungen abgesehen. Gefährlich sind sie nicht – doch wer sie falsch vertreibt, bekommt ihre unangenehme Seite zu riechen.
Was für uns eine echte Geruchsbelästigung ist, dient den Insekten als Lebensversicherung. Fühlen sich Stinkwanzen bedroht, sondern sie ein spezielles Wehrsekret ab. Damit halten sie Fressfeinde wie Vögel und Spinnen auf Abstand.
Der chemische Cocktail enthält unter anderem Aldehyde und andere flüchtige Verbindungen. Wie er riecht? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Manche erinnert der Gestank an ranziges Fett, andere an faulige Früchte, Bittermandeln oder besonders intensiven Koriander. Fest steht: Angenehm ist anders.
So lästig die Tiere auch sein mögen, für Menschen sind sie grundsätzlich harmlos. Sie stechen normalerweise nicht und richten in der Wohnung keinen Schaden an. Ihr Sekret ist im Alltag ebenfalls meist unbedenklich, kann bei empfindlichen Personen allerdings Haut und Augen reizen. Gelangt etwas davon ins Auge, sollte es sofort gründlich mit klarem Wasser ausgespült werden.
Am besten lässt man es deshalb gar nicht so weit kommen: Statt die Wanze zu zerquetschen, vorsichtig ein Glas darüberstülpen, ein Stück Papier darunterschieben und das Tier nach draußen bringen.
Ist die Duftbombe bereits geplatzt, hilft vor allem eines: Fenster auf! Durch kräftiges Stoßlüften verflüchtigt sich der Geruch oft deutlich schneller. Je nach Menge und Luftaustausch kann es allerdings eine Weile dauern, bis wieder frische Luft herrscht. Hartnäckiger wird es, wenn das Sekret auf Vorhängen, Polstermöbeln oder Teppichen landet. Waschbare Textilien sollten möglichst rasch und entsprechend ihrem Pflegeetikett gereinigt werden.
Auf abwaschbaren Oberflächen reicht häufig schon warmes Wasser mit etwas Spülmittel. Bei geeigneten Teppichen kann eine vorsichtig aufgetragene, milde Reinigungslösung helfen. Auch verdünntes Essigwasser oder eine Paste aus Natron und Wasser werden als Hausmittel eingesetzt. Allerdings können diese empfindliche Materialien angreifen oder Flecken hinterlassen. Deshalb unbedingt zuerst an einer unauffälligen Stelle testen.
Besonders bei gestrichenen Wänden ist Vorsicht geboten: Nicht kräftig schrubben, sondern die betroffene Stelle möglichst schonend behandeln.
Damit es gar nicht erst zur nächsten Geruchsattacke kommt, lohnt sich ein Blick auf Fenster und Türen. Fliegengitter, abgedichtete Spalten und geschlossene Fenster bei eingeschaltetem Licht können verhindern, dass die Insekten ins Haus gelangen.