Du räumst morgens die Küche auf, greifst nach einem Apfel – und plötzlich schwirrt dir eine ganze Wolke winziger Fliegen entgegen. Eigentlich war die lästige Fruchtfliegen-Saison doch längst vorbei, oder? Leider nicht unbedingt. Gerade im Herbst finden die kleinen Plagegeister in unseren Küchen noch ziemlich gemütliche Bedingungen vor.
Fruchtfliegen, auch Obst-, Essig- oder Taufliegen genannt, mögen es warm. Besonders wohl fühlen sie sich bei Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad. Draußen wird es im Herbst zwar zunehmend ungemütlich, in der beheizten Küche herrschen für sie aber weiterhin angenehme Bedingungen.
Als Kinderstube dienen ihnen unter anderem überreifes oder beschädigtes Obst sowie Getränke- und Speisereste. Schon nach etwa 24 Stunden können Larven aus den Eiern schlüpfen. Der gesamte Entwicklungszyklus bis zur geschlechtsreifen Fliege dauert ungefähr acht bis 14 Tage. Das erklärt auch, warum aus ein paar vereinzelten Fliegen gefühlt über Nacht eine ganze Schar werden kann: Ein einziges Weibchen kann bis zu 400 Eier legen.
Mit einer schmutzigen Küche hat ein Befall übrigens nicht automatisch etwas zu tun. Häufig kommen die Tiere beziehungsweise ihre winzigen Eier schlicht mit dem Einkauf nach Hause. Auf Obst können sie so klein sein, dass du sie gar nicht bemerkst. Aber auch offene Fenster, leere Saft- oder Weinflaschen und der Biomüll kommen als Quellen infrage. Selbst wenn der Obstkorb längst leer ist, kann das Problem deshalb weiterbestehen.
Ein Ort wird dabei gerne übersehen: der Küchenabfluss. Im dortigen Biofilm können sich Fruchtfliegen ebenfalls ansiedeln und vermehren. Tauchen trotz aufgeräumter Küche immer wieder neue Tierchen auf, lohnt sich deshalb auch dort ein Blick.
Sind die kleinen Besucher erst einmal da, kannst du eine Falle mit Zutaten ansetzen, die wahrscheinlich ohnehin in deiner Küche stehen: Dafür werden zwei Esslöffel Wasser, drei Esslöffel Fruchtsaft, ein Esslöffel Essig, etwas Zucker und einige Tropfen Spülmittel in einer kleinen flachen Schale vermischt. Saft und Essig locken die Fruchtfliegen an. Das Spülmittel verringert die Oberflächenspannung, sodass die Tiere in der Flüssigkeit einsinken.
Wichtig: Wische verschüttete Lockflüssigkeit vom Schalenrand ab. Sonst können sich die Fliegen dort bedienen, ohne in die Falle zu geraten. Nach zwei bis drei Tagen sollte die Mischung erneuert werden.
Wer die Tierchen lieber lebend nach draußen befördern möchte, kann eine Schale mit beispielsweise einem Stück Bananenschale verwenden. Darüber wird Frischhaltefolie gespannt und mit einem Gummiband fixiert. Anschließend stichst du mit einer Nadel von außen kleine Löcher hinein. Die Fliegen gelangen zum Köder, finden durch die Öffnungen aber nur schwer wieder hinaus. Draußen kannst du die Falle schließlich öffnen und die Tiere freilassen.
Noch wirkungsvoller als jede Falle ist es, den Fliegen möglichst wenig anzubieten. Kaufe Obst daher lieber in Mengen, die du rasch verbrauchst. Angeschlagene Früchte sollten nicht tagelang im Obstkorb liegen, sondern, sofern dafür geeignet, kühl gelagert werden.
Auch offene Getränke, Saftreste und leere Weinflaschen sind für die kleinen Flieger interessant. Flaschen deshalb ausspülen beziehungsweise verschließen und zeitnah entsorgen. Den Biomüll solltest du ebenfalls regelmäßig aus der Küche bringen.