Schoten-Alarm im Garten

Oleander bildet grüne "Bohnen"? Das ist jetzt wichtig

Den ganzen Sommer über hat der Oleander prächtig geblüht. Doch plötzlich hängen seltsame grüne "Bohnen" an seinen Zweigen. Was hat es damit auf sich?
Heute Life
08.10.2026, 14:29
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Noch vor wenigen Wochen leuchteten seine Blüten in Rosa, Weiß oder kräftigem Rot. Jetzt, wo sich der Sommer langsam verabschiedet, zeigt der Oleander plötzlich ein ganz anderes Gesicht. Zwischen den verblühten Blütenständen hängen längliche, grüne Gebilde, die verdächtig an Bohnen erinnern. Doch keine Sorge: Die Pflanze ist weder krank noch von einem Schädling befallen. Hinter den ungewöhnlichen Auswüchsen steckt ein völlig natürlicher Vorgang.

Warum plötzlich "Bohnen" am Oleander wachsen

Was auf den ersten Blick wie eine kleine Gemüseschote aussieht, ist in Wirklichkeit eine sogenannte Balgfrucht: Sie entsteht, wenn eine Oleanderblüte erfolgreich bestäubt wurde. Im Inneren der länglichen Kapsel entwickeln sich die Samen, mit denen sich die Pflanze vermehren kann.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Für den Oleander bedeutet das allerdings zusätzliche Arbeit: Während die Samen heranreifen, muss er einen Teil seiner Energie in deren Entwicklung investieren. Diese Kraft steht ihm dann nicht mehr für andere Wachstumsprozesse zur Verfügung. Wer seinen Oleander vor allem wegen seiner üppigen Blüten liebt, kann deshalb die Samenbildung unterbinden.

Dieser Fehler kann die nächste Blüte kosten

Die gute Nachricht: Die grünen Schoten lassen sich ganz einfach entfernen. Dafür genügt eine saubere, scharfe Gartenschere. Am besten schneidet man die einzelne Frucht vorsichtig an ihrem Stiel ab. Doch dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt: Wer gleich den gesamten verblühten Blütenstand großzügig zurückschneidet, könnte sich selbst um einen Teil der nächsten Blütenpracht bringen.

Denn Oleander kann an älteren Blütenständen beziehungsweise deren Verzweigungen erneut Blüten entwickeln. Deshalb gilt: Lieber gezielt die Samenkapseln entfernen, statt vorschnell ganze Triebe abzuschneiden. Ob die Pflanze im kommenden Sommer reichlich blüht, hängt allerdings auch von ausreichend Licht, Wasser, Nährstoffen und einer guten Überwinterung ab.

Vorsicht, die Pflanze ist hochgiftig!

So schön der Oleander auch aussieht, bei der Gartenarbeit ist Vorsicht angesagt. Sämtliche Pflanzenteile sind giftig – auch die grünen Samenkapseln. Der Pflanzensaft enthält unter anderem herzwirksame Glykoside und kann die Haut reizen. Deshalb beim Schneiden unbedingt Handschuhe tragen, nicht ins Gesicht greifen und anschließend die Hände sowie das Werkzeug gründlich reinigen.

Besonders wichtig: Kinder und Haustiere dürfen keinesfalls mit den abgeschnittenen Pflanzenteilen spielen oder sie in den Mund nehmen. Das Schnittgut sollte sicher und entsprechend den örtlichen Entsorgungsvorgaben beseitigt werden.

Was passiert, wenn die Schoten dranbleiben?

Wer die grünen Gebilde einfach hängen lässt, muss nicht gleich um seinen Oleander fürchten. Die Pflanze entwickelt ihre Samen ganz normal weiter. Mit der Zeit werden die Kapseln braun, trocknen aus und springen schließlich auf. Dann kommen zahlreiche Samen zum Vorschein, die mit feinen, haarartigen Flugschirmen ausgestattet sind.

Theoretisch lässt sich daraus sogar ein neuer Oleander ziehen. Allerdings braucht es Geduld: Bis aus einem Sämling eine blühende Pflanze wird, können mehrere Jahre vergehen. Außerdem muss der Nachwuchs nicht dieselbe Blütenfarbe wie die Mutterpflanze besitzen.

red,08.10.2026, 14:29