In Österreich ist der Weg zum smarten Vermögensaufbau noch immer steinig – denn eine hohe Finanzbildung bleibt für viele die Ausnahme. Laut einer aktuellen Studie von Allianz Research, für die über 8.000 Menschen in acht Ländern befragt wurden, erreicht hierzulande nur knapp ein Viertel ein hohes Finanzbildungsniveau.
Besonders auffällig: Frauen verfügen nur halb so oft wie Männer über fundiertes Finanzwissen, und auch die Generation Z hinkt der Babyboomer-Generation deutlich hinterher.
Im Schnitt entgehen jedem Österreicher rund 6.100 Euro an Vermögen, weil das Geld einfach am Sparbuch liegen bleibt, statt klug investiert zu werden. Wie es in einer OTS-Aussendung heißt, ist die Finanzkompetenz der Bevölkerung weiterhin besorgniserregend niedrig - auch seit dem Vorjahr hat sie sich kaum verbessert. Nur 17 Prozent der Befragten weisen ein hohes Finanzbildungsniveau auf, während bei jedem Vierten das Wissen als mangelhaft gilt.
Dabei schneidet Österreich im internationalen Vergleich gar nicht so schlecht ab: Hinter dem Vereinigten Königreich liegt Österreich gemeinsam mit Deutschland auf Platz zwei der untersuchten Länder.
"Auch wenn Österreich im internationalen Vergleich verhältnismäßig gut abschneidet, ist noch viel Luft nach oben. In einer Zeit, in der die Menschen länger leben und private Vorsorge immer stärker in den Vordergrund rückt, entscheidet Finanzkompetenz zunehmend darüber, wer von dieser Entwicklung profitiert und wer nicht", sagt Sabine Stöger, Finanzchefin der Allianz Österreich.
Haushalte müssen nicht unbedingt mehr sparen, sondern klüger investieren. Eine einfache Untersuchung zeigt: Hätte man die Hälfte der Bankeinlagen eines durchschnittlichen Haushalts in Anleihen und Aktien umgeschichtet, wären die jährlichen Erträge in jedem analysierten Land gestiegen.
Ohne mehr zu sparen, hätte diese Umschichtung das Pro-Kopf-Finanzvermögen in den letzten 20 Jahren um 14 bis 21 Prozent erhöht. Für Österreich bedeutet das: Die finanzbildungsbedingte Lücke im Vermögensaufbau liegt nach Inflation bei rund 6.100 Euro – das sind etwa 300 Euro pro Jahr.
Gerade jene, die im Alltag die größten finanziellen Herausforderungen stemmen müssen, sind oft am schlechtesten vorbereitet. Frauen, Jüngere und weniger Gebildete schneiden bei der Finanzbildung besonders schlecht ab. Frauen müssen eine längere Pensionsdauer finanzieren und privat vorsorgen, erreichen aber nur halb so häufig wie Männer ein hohes Finanzbildungsniveau: In Österreich sind es 14 Prozent der Frauen gegenüber 30 Prozent der Männer.
Auch die Jungen, die in Zukunft wohl mehr Verantwortung für ihre Pension übernehmen müssen, schneiden mit am schlechtesten ab: In Österreich erreichen nur 13 Prozent der Generation Z erreichen ein hohes Niveau, bei den Babyboomern sind es 29 Prozent.
Kombiniert man die beiden Einflussfaktoren, zeigt sich ein deutliches Bild: Frauen der Generation Z schneiden besonders schlecht ab. Nur 11 Prozent erreichen ein hohes Niveau, während Babyboomer-Männer mit 35 Prozent am besten dastehen.
Ebenfalls stark auf das Finanzwissen wirkt sich der Bildungsstand aus: Nur 14 Prozent der Befragten mit Pflichtschulabschluss erreichen ein hohes Niveau, bei Menschen mit Hochschulabschluss sind es 35 Prozent. Immerhin: In Österreich ist der Unterschied im internationalen Vergleich weniger hoch - aber dennoch deutlich.
"Finanzielle Sicherheit wird von vielen Faktoren geprägt – von individuellen Entscheidungen ebenso wie von den Rahmenbedingungen, in denen Menschen leben", sagt Ludovic Subran, Chefvolkswirt und Chief Investment Officer der Allianz SE. Obwohl die Verantwortung nicht allein bei den Haushalten liege, wird von den Menschen zunehmend erwartet, sich selbst um ihre finanzielle Zukunft zu kümmern.
Deshalb startet die Allianz mit der "School for Life" eine kostenlose digitale Lernplattform für Finanzbildung. Denn: "Der Einstieg in die finanzielle Vorsorge ist oft die größte Hürde. Wer den ersten Schritt wagt, merkt aber schnell, dass Geldanlage kein Hexenwerk ist", macht Sabine Stöger, Chief Financial Officer der Allianz Österreich, Mut.