Wer für 2027 eine Flugreise plant, muss mit deutlich höheren Ticketpreisen rechnen. Sowohl Ryanair als auch die Lufthansa-Gruppe kündigen kräftige Preissteigerungen an. Der Hauptgrund dafür sind die hohen Kerosinpreise infolge des Iran-Krieges.
"Die Ticketpreise werden im nächsten Jahr zweistellig steigen", erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Sein Ryanair-Kollege Michael O'Leary rechnet ebenfalls damit, dass Flugtickets 2027 "sicherlich" im zweistelligen Prozentbereich teurer werden.
Besonders deutlich zeigt sich der Kostendruck bei Ryanair. Der irische Billigflieger rechnet im kommenden Geschäftsjahr ab April 2027 mit zwei Milliarden Euro zusätzlichen Treibstoffkosten.
Solange es keine schnelle Lösung für den Konflikt in der Golfregion gibt, dürften die Kerosinpreise laut O'Leary hoch bleiben. Ryanair will deshalb zusätzlich sparen. Der Konzernchef kündigte einen Lohnstopp, weniger Personal an Bord und einen stärkeren Einsatz künstlicher Intelligenz in der Verwaltung an.
Bei Lufthansa sind die steigenden Kosten für Passagiere schon jetzt spürbar. Im Sommer wurden die Tickets deutlich teurer. Besonders auf Langstrecken blieb die Nachfrage trotzdem hoch.
Bei der Tochter Eurowings konnten die zusätzlichen Kosten laut Lufthansa-Finanzchef Till Streichert bereits vollständig an die Kunden weitergegeben werden. Bei den anderen Fluggesellschaften des Konzerns waren es 85 Prozent.
Auch für Lufthansa wird das Tanken immer teurer: Allein im Sommerquartal stiegen die Kerosinkosten gegenüber dem Vorjahr um mehr als eine halbe Milliarde Euro. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Konzern eine Treibstoffrechnung von 9,3 Milliarden Euro.
Neben höheren Preisen müssen sich Reisende auch auf Veränderungen beim Flugangebot einstellen. Lufthansa überprüft europäische Verbindungen und streicht einzelne Flüge, die sich wegen der hohen Treibstoffkosten nicht mehr rechnen.
Gleichzeitig setzt die Gruppe verstärkt auf zahlungskräftige Kunden. Lufthansa führt bereits Gespräche mit Boeing über größere Business-Klassen in künftigen Dreamliner-Maschinen. Besonders auf Transatlantikflügen sind die teuren Sitzplätze laut Spohr häufig ausgebucht.