Untersucht wurden mehr als 140 Standard-Wecktöne auf iPhones und Samsung-Handys. Durchgeführt wurde die Auswertung vom Musik-Unternehmen Startle, das sich mit der Wirkung von Klängen auf Verhalten und Emotionen befasst. Das Ergebnis: Nicht jeder Alarm bringt Körper und Kopf gleich gut in Schwung.
Besonders harte, schrille oder rein mechanische Töne können laut Experten den Körper zwar abrupt aufwecken, das Gehirn hinkt aber oft noch nach. Als ideal gelten Wecktöne mit einer klaren, eingängigen Melodie, die man sogar mitsummen könnte. Dazu kommt ein eher mittleres Tempo von rund 100 bis 120 Schlägen pro Minute (BPM). Auch die Tonlage dürfte entscheidend sein.
Bei den iPhone-Tönen schnitt "Sencha" am besten ab. Der Alarm punktet mit einer einfachen Melodie, einem Tempo von 110 BPM und einer niedrigen Frequenz um 500 Hertz. Ebenfalls gut bewertet wurden "By The Seaside", "Steps" und "Uplift".
Samsung-Nutzer fahren laut Analyse besonders gut mit "Synth Bell" oder "Roller Disco". Beide Töne erfüllen wichtige Kriterien für ein sanfteres, aber dennoch wirksames Aufwachen.
Die Psychologin und Schlafexpertin Dr. Ritz Birah erklärt: Schlafträgheit ist die Phase direkt nach dem Aufwachen, in der Aufmerksamkeit und Denkleistung noch reduziert sind. Diese Phase kann nur ein paar Minuten dauern, manchmal aber auch länger als eine Stunde.
Der Grund: Das Gehirn schaltet nicht sofort von Schlaf auf volle Leistung um. Es braucht einen Übergang. Genau dort greift der Alarm ein. Und der kann den Wechsel entweder sanfter unterstützen oder für einen regelrechten Schreckmoment sorgen.
Wer mit einem schrillen oder hektischen Ton geweckt wird, erlebt eher eine Stressreaktion. Melodische und rhythmische Signale helfen dem Gehirn dagegen offenbar besser dabei, langsam hochzufahren. Heißt: Vielleicht ist ja doch nicht der zu schwache Kaffee das Problem.