Aufschrei im Netz

In diesen Zugabteilen sind kleine Kinder jetzt verboten

Die französische Bahn SNCF hat eine neue Premiumklasse eingeführt. Kinder unter zwölf Jahren sind in diesen Zugabteilen nicht erlaubt.
Heute Life
26.01.2026, 15:38
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Die französische Bahngesellschaft SNCF sorgt mit einer Umstellung im Fernverkehr derzeit für heiße Debatten: In ausgewählten Hochgeschwindigkeitszügen sind Kinder unter 12 Jahren künftig in bestimmten Abteilen nicht mehr erlaubt. Ziel ist ein ruhigeres, komfortableres Reiseerlebnis für Geschäftsreisende – doch Kritiker sehen darin eine unnötige Ausgrenzung von Familien und eine gesellschaftliche Fehlentwicklung.

Klasse ohne Lärm und Stress

Die neue "Optimum Plus"-Klasse wurde bereits Anfang Jänner auf den TGV-Verbindungen zwischen Paris und Lyon eingeführt und ersetzt die bisherige Business-Première-Klasse. Geboten werden unter anderem größere Sitze, weniger Passagiere pro Abteil, zusätzliche Services und größere Flexibilität bei Umbuchungen.

Ein zentraler Bestandteil des Angebots: Kinder unter zwölf Jahren dürfen in diesen Abteilen nicht mitfahren – selbst mit gültigem Ticket wird ihnen der Zugang verwehrt. Die Bahn begründet dies damit, dass ein "Maximum an Komfort und Ruhe" für die zahlende Kundschaft gewährleistet werden soll.

Debatte über Familienfreundlichkeit

Die Maßnahme hat in Frankreich eine breite gesellschaftliche Debatte ausgelöst. Kritiker halten das Verbot für diskriminierend. Sarah El Haïry, Frankreichs Ministerin für Kinder, Jugend und Familien, bezeichnete die Regelung als "schockierend" und warnte vor einem Trend, der Kinder aus dem öffentlichen Raum ausschließe. Sie argumentiert, dass Ruhe nicht automatisch mit der Abwesenheit von Kindern gleichgesetzt werden dürfe.

Auch in sozialen Medien wird die Entscheidung kontrovers diskutiert: Viele Eltern zeigen sich verärgert, weil Familien so aus bestimmten Sitzbereichen ausgeschlossen werden, während andere – insbesondere Geschäftsreisende – das Angebot als sinnvolle Ergänzung sehen, um ungestört arbeiten zu können.

Nur kleiner Teil des Zugangebots betroffen

SNCF betont unterdessen, dass die kindfreie Regelung nur einen geringen Teil des Gesamtangebots betrifft – werktags sind etwa 8 Prozent der Sitzplätze in Hochgeschwindigkeitszügen altersbeschränkt, an Wochenenden entfallen die Einschränkungen komplett. Kinder können weiterhin in den anderen Klassen der Züge reisen. Somit bleibe das Reisen mit der Familie grundsätzlich möglich, so das Unternehmen.

Die Bahn stellt außerdem klar, dass auch das Vorgängerangebot für Geschäftsreisende bereits eine Altersbeschränkung hatte und dass das neue Konzept diese Praxis lediglich fortführt, aber nicht verschärft.

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