Neue Details schockieren

Mädchen (4) missbraucht – brisante Wende im Fall Gunkl

Im Fall Günther Paal gibt es eine neue Entwicklung: Der Kabarettist fordert laut den Anwälten der beiden mitangeklagten Frauen Geld zurück.
André Wilding
18.09.2026, 07:00
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Im Fall rund um Kabarettist Günther Paal alias "Gunkl" rückt neben den schweren strafrechtlichen Vorwürfen nun auch viel Geld in den Mittelpunkt. Nach Angaben der Verteidiger der beiden mitangeklagten Frauen fordert Paal von ihnen "eine hohe Geldsumme" zurück – das berichtet die "Kronen Zeitung".

Paal ist wegen mutmaßlichen Kindesmissbrauchs und des Besitzes von knapp 1.000 Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger angeklagt. Der Mutter und der Großmutter des heute fünfjährigen Kindes wird schwere Erpressung vorgeworfen. Die 42 und 62 Jahre alten Frauen befinden sich in Untersuchungshaft, Paal ist auf freiem Fuß. Für alle drei gilt die Unschuldsvermutung.

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Anwälte sprechen von "Liebesbeziehung"

"Unsere Klientinnen sind im Prinzip geständig", sagt Verteidiger Hubert Wagner gegenüber der "Krone". Die Anklageschrift zeichne allerdings ein "sehr ungünstiges Bild". Sein Kollege Werner Wendt erklärte, die beiden Frauen würden Reue zeigen.

Nach Darstellung der Verteidiger habe zwischen Paal und den Frauen "ursprünglich" eine "Liebesbeziehung" bestanden. Der Kontakt begann demnach, nachdem sich Paal auf eine Anzeige der heute 42-Jährigen gemeldet hatte. Sie betrieb ein Massagestudio und bot gemeinsam mit ihrer Mutter sexuelle Dienstleistungen an, heißt es in dem Bericht.

Über zwölf Jahre soll daraus ein "familiäres Verhältnis" entstanden sein. Gemeinsame Feiern seien auch auf Fotos festgehalten worden. "Sie haben sich gefreut, wenn er gekommen ist. Weil er lustig war", so der Anwalt zur "Krone". Paal habe für die Dienstleistungen bezahlt und teilweise auch "generöse" Geschenke gemacht. Die Mutter des Kindes soll von ihm zu ihrem 30. Geburtstag ein neues Bett bekommen haben.

Fast 190.000 Euro geflossen

Zu Silvester 2024 sollen die drei Angeklagten noch gemeinsam gefeiert haben. Im Jänner 2025 soll es zum mutmaßlichen sexuellen Missbrauch des damals vierjährigen Mädchens gekommen sein. Danach sei die Beziehung zerbrochen, heißt es in dem Bericht.

In der Folge sollen die Geldforderungen begonnen haben. Diese seien teilweise mit Drohungen verbunden gewesen. So sollen die beiden Frauen Paal glauben gemacht haben, der Onkel des Kindes wisse, wo er wohne.

Aus zunächst 200 bis 300 Euro wurden schließlich fast 190.000 Euro. Als eine letzte Tranche in Höhe von 30.000 Euro übergeben werden sollte, wurde die 42-Jährige festgenommen. Paal hatte zuvor im Mai Selbstanzeige erstattet und die Frauen wegen Erpressung angezeigt.

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555

Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

Rat auf Draht: 147

Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20

Polizei-Notruf: 133

Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte  >

Die Frauen sollen laut "Kronen Zeitung" beim mutmaßlichen Übergriff auf das damals vierjährige Kind anwesend und "nicht unerheblich alkoholisiert" gewesen sein. Paals Anwalt hatte zudem erklärt, das Kind sei seinem Mandanten von den Frauen "zugeführt" worden.

Verteidiger vermuten finanzielles Motiv

Die Anwälte der Frauen stellen nun auch Paals Geständnis in einen finanziellen Zusammenhang. Sie vermuten dahinter ein finanzielles Motiv, weil der Künstler "eine hohe Summe von den beiden Frauen zurück" fordere. Durch ein Geständnis könnte es nach ihrer Darstellung womöglich einfacher sein, Geld zurückzubekommen, berichtet die "Krone".

Werde bereits im Strafverfahren ein Betrag zugesprochen, sei das "viel leichter, als wenn man ein langes Zivilverfahren durchstehen muss". Ob bei "den beiden Damen aber überhaupt etwas zu holen ist, weiß ich nicht", sagt Wagner der "Krone".

Wendt erklärte, beide Frauen hätten "erst heute betont haben, dass sie gewillt waren bzw. gewillt sind, zumindest einen Teil des Schadens wieder gutzumachen". Offen sei allerdings, "wie viel (Geld, Anm.) von Paal überhaupt freiwillig gegeben wurde und wie viel nicht".

Gegen die noch nicht rechtskräftige Anklage wollen die Verteidiger der Frauen keinen Einspruch erheben. Paal selbst hatte in einem veröffentlichten Video erklärt, jedwede Strafe "unwidersprochen" hinzunehmen.

Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

wil,18.09.2026, 07:00